Tiergarten Schönbrunn

Artenschutzprojekt Batagur baska

Die Batagur-Flussschildkröte zählt heute zu den drei seltensten Schildkrötenarten der Welt. Im vorigen Jahrhundert war sie noch in den Flüssen Südostindiens, Bangladeschs und Myanmars verbreitet. Ein konsequentes Überfischen und Absammeln der Eier brachte sie an den Rande der Ausrottung. Weltweit gibt es nur noch etwa 15 bis 20 Tiere. Sie leben in Dorfteichen in Bangladesch und werden dort als Talisman gehalten oder gegebenenfalls verzehrt. Wildlebende Populationen sind aktuell keine mehr bekannt.

Im Frühjahr 2010 stellten die beiden Schildkrötenforscher Peter und Reiner Praschag zwei adulte Pärchen und ein weiteres Weibchen im Tiergarten ein. Im Mai 2010 sind zwei Jungtiere geschlüpft - die weltweit erste Nachzucht der Batagur-Flussschildkröte. Die kontrollierte Nachzucht in menschlicher Obhut ist als Sofortmaßnahme für das Überleben dieser Art erforderlich.

Neben der wichtigen Erhaltungszucht unterstützt der Tiergarten Schönbrunn die von Peter Praschag initiierte Rettungsaktion in Bangladesch und Südindien. Die Schildkröten werden in ein Schutzzentrum gebracht, das von der Forstverwaltung von Bangladesch unterstützt wird, in dem sie in Sicherheit leben und sich vermehren können. In weiterer Folge sollen sie in geeigneten Gebieten mit Hilfe der lokalen Bevölkerung wieder freigesetzt werden.

Der Tiergarten Schönbrunn stellte für dieses Projekt nicht nur finanzielle Mittel und Expertise zur Verfügung, sondern engagiert sich auch in der Projektförderung durch andere Organisationen wie der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz und dem Turtle Conservation Fund. Darüber hinaus bemüht sich der Tiergarten eine breite Öffentlichkeit für die Unterstützung des Projekts zu gewinnen und stellte das Projekt bereits bei den Artenschutztagen 2010 vor.

Dr. Peter Praschag, Freilandbiologe und Schildkrötenexperte:

„Die Zeit für diese Art läuft rasend schnell ab. Ohne erfolgreiche Nachzuchtprogramme in Zoos und Forschungsstationen wird die Batagur-Schildkröte in wenigen Jahren ausgestorben sein."

Weitere Informationen

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    Foto: Norbert Potensky
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    Foto: Peter Praschag
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    Foto: Peter Praschag
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