| Forschungsprojekt unter der Leitung von Univ. Prof. Doz. Dr. Helmut Kratochvil | |||
| Zum derzeitigen Wissensstand | |||
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| Vom Nutzen des Infraschalls | |||
Infraschall sind mechanische Schwingungen und Wellen mit Frequenzen unterhalb von 16 Hz, die zwar vom menschlichen Gehör nicht mehr wahrgenommen werden können, die sich jedoch in ihrem physikalischen Verhalten nicht wesentlich vom Schall unterscheiden. Die Hauptfrequenz der Laute korreliert mit dem Erregungsgrad des Elefanten. Tiefe Frequenzen entsprechen einem geringen Erregungsgrad und spielen eine Rolle bei Gruppenzusammenhalt und normalen Zusammenleben z.B. Growlig. Höhere Frequenzen zeigen höhere Erregung an und treten meist während aggressiver Verhaltensweisen auf z.B. Trompeten, Brüllen und Schreien (Berg 1982). Während die Infraschalllaute ausgesandt werden, nimmt man entweder gar nichts war oder man spürt ein Pochen oder Vibrieren der Luft. Am Kopf des Elefanten kann man zwischen den Augen dort wo der Rüssel in den Kopf übergeht ein leichtes Heben und Senken (1cm) der Haut beobachten (,,Fluttering")(Payne et al. 1986). Tiefe Frequenzen verbreiten sich über längere Distanzen (bis zu 8 km) und sind weniger Störungs- bzw. Überlagerungsanfällig. Die Langstreckenübertragbarkeit der niederen Frequenzen dürfte ein Grund für die bemerkenswerten Koordinationen der Verhaltensweisen der verschiedenen Elefantengruppen sein, z.B. zur Verständigung zwischen den Familien ebenso wie die Kontaktaufnahme zwischen brünstigen Kühen sind deckfähigen Bullen. Außerdem ist die geringe Störungsanfälligkeit für eine Kommunikation in dichter Vegetation von großem Nutzen (Langbauer et al. 1991). Elefanten verwenden Infraschall im Bereich von 14 bis 35 Hz. Diese Töne haben eine Intensität von bis zu 103 dB (5m von der Ursprungsquelle gemessen) sind reichen mindestens 2km weit (Langbauer et al. 1991). Klare trockene Luft mit einer geringen Luftfeuchtigkeit ist beste Voraussetzung für eine klare Übertragung. Kommunikation durch Infraschall ist am günstigsten bei Nacht, wo nur geringe Temperaturschwankungen sind und es zu keinem plötzlichen Hitzeanstieg kommt. J.H. Poole hat eine erhöhte Verhaltensaktivität und eine vermehrte Infraschallproduktion bei Elefanten in den frühen Abendstunden festgestellt. Beginnend am späten Nachmittag kommt es ca. 1-2 Stunden nach Sonnenuntergang zu dem meisten Kommunikationsaustausch (Garstang et al. 1995). Elefanten hören am Besten bei 1,000 Hz, während ihre Hörschwelle bei 8dB SPL liegt. Bei 20 Hz, wo die Intensität des ausgesandten Infraschalls am Höchsten ist, liegt die Hörschwelle bei 50 dB SPL (Heffner u. Heffner 1980). Über die wirkliche kommunikative Bedeutung der niederfrequenten Signale ist so gut wie nichts bekannt. Es ist ungeklärt wie häufig, zu welcher Tageszeit und in welchem Verhaltenskontext diese Signale abgegeben werden. Desgleichen ist es noch weitgehend ungeklärt, in welcher Form der Hauptenergiewandel bei der Bildung des Schalles erfolgt (zB: Schwingende Luftsäulen oder Helmholtzresonator). |
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| Fragestellungen | |||
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| siehe auch: Lautproduktion bei einem neugeborenen Afrikanischen Elefanten |
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