SCHLAFVERHALTEN BEI SECHS AFRIKANISCHEN ELEFANTEN (LOXODONTA AFRICANA)

 

Von Andrea Wüstenhagen, Isolde Weiß und Harald Schwammer
Wien, Februar 2000

   
     



Die Fragestellungen

  • Wie lange schlafen die Tiere ?
  • Wie ist ihre bevorzugte Liegeposition ?
  • Schlafen die Tiere bevorzugt zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Aufenthaltsorten ?
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Alter und der Schlafdauer ?
  • Fressen die Elefanten manchmal auch nachts ? Ist Zufüttern sinnvoll ?

Außerdem sollte abgeklärt werden, ob sich die Elefanten in Schönbrunn zur Schlafenszeit ähnlich verhalten wie freilebende Tiere. Von diesen weiß man, daß sie sich meist gleichzeitig niederlegen, daß sie in Intervallen schlafen, jüngere Tiere länger schlafen als ältere und daß eine ältere Elefantenkuh im Stehen über die liegende Herde wacht.


Die Methode
Im Elefantenhaus des Tiergartens wurden vier Videokameras und Nachtsichtgeräte installiert. Das Verhalten der Tiere wurde auf
Video aufgezeichnet und ausgewertet. Die Beobachtung dauerte jeweils von 18.00 Uhr bis 7.00 Uhr früh. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich vom 11. Dezember 1998 bis zum 10. April 1999.


Die Ergebnisse

  • Die Elefanten schlafen in Intervallen von 30 bis 180 Minuten, die von aktiven Phasen mit Fressen und Sozialkontakt unterbrochen werden.
  • Die durchschnittliche Schlafdauer der Tiere schwankt zwischen zwei und fünf Stunden.
  • Jüngere Elefanten schlafen länger als ältere.
  • Alle Elefanten haben bevorzugte Liegeplätze.
  • Die Herde schläft nicht synchron.
  • Zwischen 2.00 und 5.00 Uhr früh ist die Wahrscheinlichkeit am größten, daß alle Elefanten gleichzeitig schlafen.
  • Bis 19.00 Uhr und dann erst wieder ab 6.00 Uhr morgens sind alle Tiere aktiv. Um das Schlafmuster der Elefanten so wenig wie möglich zu beeinflussen, sollte die letzte Fütterung am Abend erst um 19.00 Uhr, die Fütterung am Morgen bereits um 6.00 Uhr angesetzt werden.


Die Studie belegt, daß in der modernen Elefantenhaltung nächtliches Anketten nicht mehr toleriert werden sollte und obendrein die gemeinsame Haltung der Tiere in einem freien Stall der Einzelboxhaltung vorzuziehen ist.

   
 

 

   
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