Tiergarten Schönbrunn

Heiß und kalt: Was beeinflusst das Training beim Beulenkrokodil?

Im Tiergarten Schönbrunn gehört heute das Tiertraining bei immer mehr Tierarten zur täglichen Routine. Das Training soll das Wohlbefinden verbessern, die mentale Anregung der Tiere fördern und das Leben von Zootieren bereichern, die Arbeit der Pfleger und Tierärzte erleichtern und neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern.

Das Ziel dieser Studie ist es alle Aspekte zu untersuchen, die einen Einfluss auf das Training dieser wechselwarmen Tiere haben. Diese Parameter beinhalten Raumpräferenz, soziale Interaktionen und Aktivitätsmuster. Ein weiterer Fokus wurde auf Termperaturpräferenzen und thermoregulatorisches Verhalten der Tiere gelegt. Die Evaluation von Raumpräferenzen dient nicht nur dazu den Trainingserfolg zu steigern, sondern ermöglicht auch das Erkennen nicht benutzter Bereiche. Da Raum im Gehege begrenzt ist, können solche Bereiche attraktiver für die Tiere gestaltet werden.

Aktivitätsmuster werden erfasst um Zeiten von hoher und niedriger Aktivität zu erkennen. Training sollte bevorzugt zu Zeiten von hoher Aktivität stattfinden, da so auch erwartet werden kann, dass die Motivation der Tere höher ist am Training teilzunehmen. Ausserdem würde das Training so die Tiere bereichern und nicht stören. Die Analyse der sozialen Interaktionen ist notwendig, da so die Harmonie innerhalb der Gruppe ermittelt werden kann. Sollte ein erhöhtes Maß an agonistischen Interaktionen festgestellt werden kann das Training mit den Tieren helfen diese zu minimieren.

Um eine optimale Haltung und Brutbedingungen für Beulenkrokodile zu garantieren wurde auch das thermoregulatorische Verhalten der Tiere bei unterschiedlicher Umgebungstemperatur beobachtet. Ein Ziel der Untersuchungen ist es herauszufinden in welchem Bereich die bevorzugte Körpertemperatur der Beulenkrokodile liegt. Dafür wurde eine Versuchsreihe angelegt in welcher die Wärmeleistung der Heizmatten in der Anlage zwischen 100% und 80 % variiert wird. Durch das Wahlverhalten der Tiere, die Dauer der Aufheizphasen und die Messung der abgegebenen Wärmestrahlung der Tiere mittels Thermokamera können Aussagen über die bevorzugte Körpertemperatur getroffen werden.

Projektarbeit: Crocodylus moreletii: Investigations of behavioural aspects that take influence on training output

Gefördert von ÖNB

Mag. Kerstin Thonhauser, Dr. Eveline Dungl, Anton Weissenbacher, Mag. Regina Pfistermüller

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    Foto: Norbert Potensky
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