Artenschutzprojekt Batagur baska

Die Batagur-Flussschildkröte braucht unsere Hilfe!

Die Nördliche Batagur-Flussschildkröte (Batagur baska) zählt zu den drei seltensten Schildkrötenarten der Welt. Im vorigen Jahrhundert war sie noch in den Flüssen Südostindiens, Bangladeschs und Myanmars verbreitet. Da ihr Fleisch und ihre Eier jedoch seit jeher als besondere Delikatesse gelten, ist sie heute beinahe ausgerottet. 2010 waren nur noch etwa 20 (!) Individuen weltweit bekannt sind. Sechs davon lebten in Schönbrunn. Wildlebende Populationen sind aktuell keine mehr bekannt. Die letzten Schildkröten leben in Dorfteichen in Bangladesch und werden dort als Talisman gehalten. Die Besitzer empfinden oft eine große Zuneigung für ihre Tiere. Dennoch kann es sein, dass eines dieser raren Tiere bei einem besonderen Familienfest im Kochtopf landet.

Maßnahmen

Vier Batagur-Flussschildkröten - darunter zwei trächtige Weibchen - wurden dem Tiergarten Schönbrunn im April 2010 von den Grazer Forschern und Schildkrötenexperten Rainer und Peter Praschag im Rahmen einer Kooperation übergeben. Das unermüdliche Vater-Sohn-Team spürt seit vielen Jahren hoch gefährdete Schildkröten in der ganzen Welt auf und rettet sie buchstäblich „vor dem Kochtopf“. Im Mai 2010 gelang im Tiergarten dann die weltweit erste Nachzucht dieser Tierart in menschlicher Obhut – eine Sensation. Dabei konnten Informationen gesammelt werden, die es noch nicht gab und die für die Nachzucht extrem wertvoll sind. Die kontrollierte Nachzucht in menschlicher Obhut ist als Sofortmaßnahme für das Überleben dieser Art erforderlich.

In Kooperation mit den beiden Schildkrötenforschern und der Turtle Survival Alliance (TSA) initiierte der Tiergarten Schönbrunn daraufhin die Rettungsaktion der Batagur Flussschildkröte in Bangladesch und Südindien. Die bis zu 60 Zentimeter großen Schildkröten werden in Dorfteichen gesucht, freigekauft und damit vor dem Kochtopf gerettet. Oft werden diese Tiere auch als eine Art Talisman gehalten. Die geretteten Schildkröten werden in ein Schutzzentrum der Forstverwaltung von Bangladesch gebracht, in dem diese seltenen Tiere geschützt leben können und gezielt vermehrt werden.

Ziel

Erklärtes Ziel ist, die Nördliche Batagur Flussschildkröte regelmäßig zu vermehren, um ihren Bestand langfristig zu sichern. Mittlerweile ist es gelungen, privaten Teichbesitzern 14 Männchen und sieben Weibchen abzukaufen. In den vergangenen drei Jahren sind insgesamt schon 132 Jungtiere geschlüpft. Die Population der Schildkröte konnte also versechsfacht werden. Durch diesen Erfolg können wir heute für eine Tierart, die beinahe schon ausgestorben war, wieder eine Perspektive erkennen. In weiterer Folge sollen die Tiere in geeigneten Gebieten mit Hilfe der lokalen Bevölkerung wieder freigesetzt werden.

So unterstützt der Tiergarten Schönbrunn das Projekt:

  • Finanzielle Unterstützung
  • Expertenwissen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Das sagen unsere Partner:

Peter Praschag, Freilandbiologe und Schildkrötenexperte:
„Die Zeit für diese Art läuft rasend schnell ab. Ohne erfolgreiche Nachzuchtprogramme in Zoos und Forschungsstationen wird die Batagur Flussschildkröte in wenigen Jahren ausgestorben sein."