Erhaltungszucht

Viele bedrohte Tierarten, die im Tiergarten leben, sind Teil eines internationalen Erhaltungszuchtprogramms. Bei Tieren, die in solche Programme eingegliedert sind, verzichtet der Besitzer auf sein Eigentumsrecht. Ein ehrenamtlicher Zuchtbuchkoordinator gibt Empfehlungen über Pärchen- oder Gruppenzusammenstellungen ab, um die erfasste Population in Menschenobhut genetisch so gesund zu erhalten, dass Tiere, wenn erforderlich, Wiederansiedlungsprojekten zur Verfügung gestellt werden können.

Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEPs) werden von der EAZA (Europäische Aquarien- und Zoogemeinschaft) koordiniert. Als Vorstufe von EEPs werden auch ESBs (= European Studbook, Europäische Zuchtbücher) geführt.

Globale Zuchtbücher laufen nach dem gleichen Prinzip, erfassen aber die weltweite Population einer Tierart in Menschenobhut. Zuchtbücher gibt es auch für bedrohte Haustierrassen. Diese werden von der Arche Austria koordiniert (www.arche-austria.at).

Die Erhaltungszuchtprogramme der Nördlichen und Südlichen Felsenpinguine werden von Dr. Harald Schwammer koordiniert, jenes der Fidschi-Leguane von Anton Weissenbacher.

„Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich an 29 EEPs, 20 ESBs und sieben internationalen Zuchtprogrammen. Ein Zuchtbuch gut zu führen, ist eine sehr aufwändige, aber lohnende Aufgabe. Tiergärten sind die einzigen Institutionen, die in der Lage sind so viele bedrohte Tierarten und -rassen zu erhalten. Das Wissen und die Erfahrung aus dieser Tierhaltung sind wiederum oft wichtig für Freilandprojekte", so Schwammer.

Folgende unserer Tierarten sind zusätzlich in einem internationalen Zuchtprogramm:

Queensland Koala
Großer Panda
Panzernashorn
Vikunja
Gepard
Großer Ameisenbär
Sibirischer Tiger
Eisbär
Orang-Utan
Roter Vari                        
Mhorr-Gazelle               
Mandschurenkranich  
Springtamarin                 
Amurleopard                  
Zwergotter                      
Roter Panda                    
Brillenbär