Lebensraum Tiergarten

Der Tiergarten Schönbrunn beherbergt nicht nur exotische Tiere, sondern ist auch Lebensraum für viele heimische Wildtiere. Das reiche Nahrungsangebot und die vielen Strukturen in und zwischen den Gehegen bieten nicht nur für Krähen, Graureiher oder Meisen beste Lebens- und Brutbedingungen. Auch viele seltene Tierarten finden hier ein Rückzugsgebiet inmitten der Stadt. Zu diesen gehören zum Beispiel die Äskulapnatter, die Wechselkröte oder der Mittelspecht.

Bestandserfassungen von hier lebenden Tierarten sind Grundlage dafür, dass geeignete Strukturen für bestimmte Arten in neue Anlagen integriert werden können. So bevorzugen die Wechselkröten im Tiergarten die Gesellschaft der Tiger und teilen sich mit ihnen den Teich. Sie benötigen zum Ablegen ihrer Laichschnüre Kleingewässer oder überschwemmte Wiesen, ansonsten bevorzugen sie warme, trockene Lebensräume.

Zusammen mit dem Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm „Netzwerk Natur" wurden im Tiergarten Tafeln aufgestellt, die zeigen, was es im Tiergarten bei genauem Hinsehen zu entdecken gibt - Mauereidechesen im Heimtierpark, Laubfrösche in der Nashornanlage, Segelfalter auf der Serauwiese und viele andere Arten mehr.

Dr. Josef Mikocki, Naturschutzsachverständiger der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22:
„Große Parks und Grünanlagen sind für den Arten- und Biotopschutz wichtige Flächen, die in der Stadt als Biotopverbund zwischen den großen, naturnahen Gebieten am Stadtrand wirken. Der Tiergarten Schönbrunn mit seinen zahlreichen ökologischen Nischen, Wiesenböschungen, Gewässern und dem Wald trägt so zum Erhalt vieler heimischer Tierarten bei."