Artenschutzprojekt Wachtelkönig

Der Wachtelkönig braucht unsere Hilfe!

Die in Österreich einst weit verbreitete Vogelart ist heute stark gefährdet und steht auf der Roten Liste. Es gibt nur noch etwa 200 bis 300 Brutpaare. Der Wachtelkönig lebt auf offenen Wiesen, die eine Größe von mindestens vier Hektar aufweisen müssen. Als Wiesenbrüter brütet er in feuchten Wiesen mit hohem Gras.

Heute ist der Wachtelkönig vorwiegend auf Kulturland, Mäh- und Streuwiesen angewiesen. Hauptursache für seinen Rückgang ist die intensive Bewirtschaftung mit früher und flächendeckender Mahd. Kehrt der Vogel im Frühling aus Afrika zurück, sind die meisten Wiesen schon gemäht und er findet keinen Lebensraum mehr vor, um mit der Brut zu beginnen.

Maßnahmen

Die wenigen Brutpaare in Österreich treten in inselartigen Vorkommen auf. Das wichtigste Brutgebiet in Österreich ist der Truppenübungsplatz in Allentsteig mit rund 50 bis 70 Revieren. Auch in Wien gibt es Reviere. Ein bis zwei davon befinden sich auf den Wiesen im Wienerwald, die vom Tiergarten Schönbrunn bewirtschaftet werden. Der Tiergarten achtet bei der Bewirtschaftung auf die Bedürfnisse des seltenen Wiesenvogels. Die Mahdtermine richten sich nach der Brutzeit und weiters wird auf künstliche Düngung verzichtet – mit Erfolg: Im Gütenbachtal gibt es seit den 90er Jahren einen kontinuierlich gleichbleibenden Brutbestand.

Ziel

Der Wienerwald wäre ohne seine Wiesen und ihre Bewohner wie den Wachtelkönig nur halb so schön. Die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten zu erhalten sowie eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung zum Schutz und Nutzen für Mensch und Tier sind die Ziele im Wienerwald.

So unterstützt der Tiergarten Schönbrunn das Projekt:

  • brutfreundliche Mahdtermine
  • Verzicht auf künstliche Dünger

Raili Kirchberger, Futtermeisterin im Tiergarten Schönbrunn:
„Artenschutz muss nicht immer teuer sein. Gezielte kleine Maßnahmen zeigen oft schon große Wirkung. Wir verzichten bei der Bewirtschaftung unserer Futterwiesen in Kalksburg und Gütenbach auf künstliche Düngung und die Mahdtermine werden brutfreundlich sehr früh bzw. sehr spät gewählt."