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Eine Zusammenarbeit des Tiergarten Schönbrunn mit dem Lehr- und Forschungsgut Kremesberg der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Lebensministerium Der Tiergarten, das Universitätssgut Kremesberg und das heutige Lebensministerium starteten Mitte der 90er-Jahre ein Zuchtprojekt für die Generhaltung vom Aussterben bedrohter Farbschläge des Noriker-Pferdes. Vorrangiges Ziel war die Zucht von Plattenschecken und der Aufbau eines entsprechenden Bestandes. Der Tiergarten und das Gut Kremesberg waren zu jener Zeit im Besitz der beiden einzigen angekörten Plattenscheckenhengste. Die Zusammenarbeit wurde ein voller Erfolg. Gab es im Jahr 1995 bundesweit nur noch zehn Noriker dieses Farbschlags, sind es 2005 durch die gezielte Arbeit des Universitätsgutes bereits 35. Das Projekt erregte über die österreichischen Grenzen hinaus großes Interesse. Züchter aus Deutschland, Holland und Ungarn kamen mit ihren Stuten nach Kremesberg. Das Universitätsgut erhielt dafür auf Antrag des Verbandes nö. Pferdezüchter im Jahr 2005 den Staatsehrenpreis des Lebensministeriums. Die Geschichte des Norikerpferdes Ausgrabungen aus der Zeit 600 Jahre vor Christus bezeugen, dass in den Alpen bereits die Kelten Pferde besaßen, zuweilen sogar gefleckte. Nach Gründung der römischen Provinz Noricum in Regionen des heutigen Österreich, kamen um Christi Geburt mittelschwere, römische Zugpferde nach Mitteleuropa, wo schließlich ein neuer Typ entstand: der Noriker. Im achten Jahrhundert blühte unter Karl dem Großen
die Zucht der schweren Schläge auf. Die Errichtung von Norikergestüten
wurde erstmals 1576 in Schloss Rief bei Hallein dokumentiert. Die Zucht
lag damals in der Hand der Erzbischöfe von Salzburg. Die berühmte
Salzburger ,,Pferdeschwemme (eine Fassade mit Pferdedarstellungen,
wo früher der Reinigung der Pferde erfolgte, bevor diese in den Stall
gebracht wurden) zeigt stilisierte Pferde mit Ramskopf (Kopf mit nach
vorn gewölbter Profillinie) und schwerem Körper - im Gesamtbild
unverkennbar Kaltblutpferde. Die Pferde fanden vornehmlich als Prunk- und Paradepferde Verwendung, wobei bunte Pferde besonders beliebt waren. Durch die Einkreuzung mediterraner Rassen traten nun ungewöhnliche Färbungen wie Isabellen, Schecken, Tiger und Mohrenköpfe auf. Auch die noch jetzt vorhandenen Braun-, Rot- und Blauschimmelfarben sind so zu erklären.
Lehr-
und Forschungsgut der Veterinärmedizinischen Universität Wien |
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