ORANG UTAN (Pongo pygmaeus)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der "Waldmensch", wie er malayisch genannt wird, ist das größte baumbewohnende Säugetier. Mit seinen langen Armen und den großen greifenden Zehen kann er sich geschickt im Geäst fortbewegen. Typische Merkmale sind neben dem auffälligen roten Haarkleid und der eindrucksvollen Größe, die besonders beim Männchen stark ausgeprägten Backenwülste und der Kehlsack. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Früchten, Samen, jungen Blättern, Insekten, Vogeleiern und kleinen Wirbeltieren. Der Bestand der Orang Utans ist in den vergangenen sechzig Jahren um mehr als üünfzig Prozent gesunken. Aktuelle Schätzungen vermuten, dass ihre Zahl in freier Wildbahn auf etwa 20.000 Tiere zurück gegangen ist, deshalb werden sie auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „stark gefährdet“ eingestuft.

Der Tiergarten Schönbrunn beherbergt seit der Errichtung einer neuen, großzügigen Orang Utan−Anlage einen männlichen und zwei weibliche Tiere:

  • Das Männchen Vladimir wurde 1974 geboren, kam 1988 von Moskau nach Amsterdam, lebt seit 18. Juni 1991 in Wien.
  • Nonja wurde am 21. April 1976 in Schönbrunn geboren und machte in früheren Jahren durch ihre Malkünste auf sich aufmerksam.
  • Sol kam am 4. Juni 1996 im Boras Zoo in Schweden zur Welt, lebte seit Mai 2004 im Zoo Kristiansand in Norwegen und ist am 17. Mai 2009 in Schönbrunn eingetroffen.

Nonja, das Naturtalent
Das Orang Utan-Weibchen Nonja gehört zu der auf Borneo vorkommenden Unterart "Pongo pygmaeus pygmaeus" und wurde am 21. April 1976 in Wien geboren. Sie wuchs zwar bei ihrer Mutter auf, mußte aber von den Pflegern zusätzlich gefüttert werden. Das ist der Grund für ihre außergewöhnliche Vertrautheit. Vor ihrer Vergesellschaftung mit dem Orang Utan-Mann Vladimir fanden wöchentlich am frühen Morgen in Anwesenheit eines Pflegers Malstunden statt. Die Anwesenheit des neunzig Kilogramm schweren Männchens hat dies unmöglich gemacht. Zu Vladimir ist kein direkter Kontakt möglich. Sein Zeichentalent beschränkt sich auf das Zerbeißen des Bleistifts und das Rollen der freigelegten Minen am Papier.

Die Rettung der Orang Utans
Der Lebensraum der „Waldmenschen“ wurde und wird durch den Menschen vor allem durch die Umwandlung von Regenwald in Ackerland und Ölpalm−Plantagen mit Hilfe von Brandrodungen, aber auch durch die Holzgewinnung drastisch zerstört und verkleinert. Auch der illegale Handel mit lebenden Orang−Utans ist eine ernst zu nehmende Bedrohung für das Überleben der Orang−Utans.

Laut dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES dürfen Orang−Utans zwar seit 1975 nicht mehr zu kommerziellen Zwecken international gehandelt werden. Doch der Handel blüht, denn in Indonesien sind Orang−Utans populäre „Haustiere“. Und das obwohl die Art dort durch die nationale Gesetzgebung seit den 1930er Jahren geschützt ist.

Ihre Vermehrungsrate ist sehr gering, da ein Weibchen meist nur zwei bis drei Junge im Laufe seines Lebens zur Welt bringt, so dass sich die Bestände in freier Wildbahn auch nur extrem langsam erholen können. Schutzprogramme zur Wiederansiedlung des Orang−Utans in seiner natürlichen Heimat sind teilweise erfolgreich verlaufen, können aber langfristig nur sinnvoll sein, wenn deren Lebensraum erhalten wird.

Die Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) betreibt Rettungsstationen und schafft Schutzgebiete für Orang−Utans. Der Verein der Freunde des Tiergartens Schönbrunn unterstützt die Rettungsstation Samboja Lestari auf Borneo. Diese Station wird von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN finanziert und betreut. Hier werden verletzte, misshandelte oder bei Privatleuten konfiszierte Orang Utan−Waisen gesund gepflegt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet.

Die Orang−Utans im Tiergarten Schönbrunn sind „Botschafter“ für ihre Artgenossen auf Borneo. Die Zukunft dieser „Waldmenschen“ liegt auch in Ihren Händen. Wenn Sie helfen wollen, werden Sie Mitglied im Verein der Freunde des Tiergartens Schönbrunn und helfen Sie helfen (www.freunde-schoenbrunn.at)

Mit Eröffnung der Tiergarten−ORANG.erie im Mai 2009 starten der Verein der Freunde und die Tierschutzorganisation Vier Pfoten eine Kooperation, die Wiederansiedelungsprojekte von Orang−Utans auf Borneo betrifft.

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie unter www.orang-utans.org

   
 

 

   
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