WIEDERANSIEDELUNG DER ARABISCHEN ORYX-ANTILOPE IN JORDANIEN

     
 Khaldoun Kiwan (Royal Society for the Conservation of Nature, Jordanien)
 Harald M. Schwammer
(Tiergarten Schönbrunn GmbH, Wien)
   
     

 Die Ausgangssituation

   



Die Arabische Oryx-Antilope (Oryx leucoryx) bewohnte einst die Wüsten Arabiens und Syriens und wurde in Jordanien in den 50er-Jahren infolge von Bejagung ausgerottet. Ihr Lebensraum waren Hamada- Steinwüsten, Wadis, Sandwüsten und Plateaus vom südlichen Arabien bis Mesopotamien.
Obwohl die Oryx in freier Wildbahn also bereits ausgerottet waren, konnten die letzten Vertreter ihrer Art in Zoos erfolgreich gehalten und gezüchtet werden.

1958 entstand in Azraq das 22 km² große "Shaumari-Reservat". Es wurde 1967 von der "Royal Society for the Conservation of Nature" (RSCN) übernommen.
In den Jahren 1978 und 1979 konnte aus Zoobeständen eine Zuchtgruppe von elf Oryx-Antilopen zusammengestellt werden, die das Fundament für eine erfolgreiche Wiedereinbürgerung bilden sollten.

Im Shaumari-Reservat war es möglich, an Oryx-Antilopen erstmals nachhaltige Freilandforschung zu betreiben. Zunächst wurde das Schutzgebiet auf sein ökologisches Potential, die Vegetation und ihre Produktivität hin untersucht. In den 80er- Jahren befaßten sich die ersten spezifischen Forschungsarbeiten mit Gruppenbildung, Lokomotion, Sozialverhalten, mit Nahrungspräferenzen und ihrer Auswirkung auf die Vegetation.

Nach kontinuierlichen Zuchterfolgen ist die aus internationalen Zoos zusammengestellte Weltherde mittlerweile auf etwa 200 Tiere gewachsen - eine Wiederansiedelung somit nicht nur möglich, sondern sogar dringend erforderlich.

   
     

 Das Projekt

   


Die Planung begann 1995 mit einem von der RSCN organisierten Workshop, an dem Mitglieder der IUCN/SSC, Veterinäre und Wiedereinbürgerungsspezialisten teilnahmen. Die "Royal Society for the Conservation of Nature" hatte zu diesem Zeitpunkt unter der Leitung von Khaldoun Kiwan bereits einen konkreten Plan zur Wiederansiedelung ausgearbeitet.

Ein essentieller Teil des Projekts ist die Öffentlichkeitsarbeit. Die Akzeptanz durch die Beduinen ist unumgänglich. Um sie zu motivieren, müssen sie in Zukunft in den geschützten Gebieten als Oryx-Rancher miteinbezogen werden.

Als Gebiete für die Ausbürgerung kommen im Nordosten Jordaniens das Burqu-Wadi, in der Mitte des Landes das Wadi Rajil-Jibal, im Osten ein Areal namens Bayir-Ard und im Süden das Wadi Rum-Hisma-Batn Al Ghul in Frage.

   
     
 Partnerschaften    



Vom Institut für Zoologie der Universität Wien werden seit mehr als zehn Jahren Studienexkursionen in den Jordanischen Raum geführt. So entwickelte sich im Lauf der Zeit eine enge Zusammenarbeit mit örtlichen Wissenschaftern und Behörden. Aufbauend auf diesen Kontakten gründete man eine Gemeinschaft Jordanischer und Österreichischer Wissenschafter - die JADARA (Jordanian Austrian Desert Applied Research Association).

Das Wiedereinbürgerungsprojekt wird vom Tiergarten Schönbrunn nicht nur ideell durch die Organisation von Schulungskurse für Telemetrie und Tierhaltungsmanagement, sondern auch finanziell unterstützt. Weitere Partner der RSCN sind der WWF-Österreich und der Zoo Zürich.
Am 9. November 1998 wurde im Shaumari Schutzgebiet von Khaldoun Kiwan (Head of Central Reserves) und Harald Schwammer ein Vertrag unterzeichnet, der die Grundlage einer jahrelangen, engen Zusammenarbeit bilden soll, mit dem Ziel, die Oryx-Antilopen in die freie Wildbahn zurückzuführen.

Am 22. September 1999 fand in Schönbrunn eine Pressekonferenz zum Oryx-Projekt statt, bei der Vertreter der jordanischen Naturschutzbehörde für Auskünfte zur Verfügung standen.

   
 

 

   
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