Die Großen Pandas in Schönbrunn

Die Haltung Großer Pandas ist der Traum vieler Zoos. Derzeit gibt es die schwarzweißen Bambusbären nur in fünf Zoos in Europa zu sehen (Wien, Madrid, Beauval, Edinburgh, Pairi Daiza). Im März 2003 ist ein Pärchen Großer Pandas in den Tiergarten Schönbrunn eingezogen. Das Weibchen Yang Yang ("Sonnenschein") und das Männchen Long Hui ("Drachenzeichen") wurden im Jahr 2000 in der Pandazucht- und Forschungsstation in Wolong geboren.

Die Ankunft des Panda-Pärchens

Nach intensiven Verhandlungen und Planungen kamen Yang Yang und Long Hui am 14. März 2003 in den Tiergarten Schönbrunn - als Leihgabe der Volksrepublik China. Der erste Vertrag zwischen dem Tiergarten Schönbrunn und der China Wildlife Conservation Association (CWCA) wurde für zehn Jahre abgeschlossen. Der nächste Vertrag über die nächsten zehn Jahre wurde 2013 unterschrieben.

Das Panda-Pärchen

Yang Yang:
(*10.08.2000)
Der aufmerksamen, neugierigen Art von Yang Yang entgeht prinzipiell nichts. Sie hat eine schmale Schnauze und runde Mickey-Mouse Ohren.


Long Hui
(*26.09.2000 - †9.12.2016)
Long Hui war ein sehr gelassener Panda. Er war durch nichts leicht aus der Ruhe zu bringen. Leider ist Long Hui im Alter von 16 Jahren verstorben.

Ziele der Pandahaltung in Schönbrunn

Große Pandas sind hoch bedroht. Nur noch 1864 Tiere (Zählung 2015) leben in den Bergwäldern im Südwesten Chinas. Das Panda-Schutzprojekt des Tiergartens steht auf mehreren Säulen. Der Zoo unterstützt den Pandaschutz nicht nur finanziell, sondern auch mit Fachwissen. Die Hoffnung für diese Tierart liegt in der Errichtung von Naturreservaten, für deren Personal der Tiergarten regelmäßig Seminare organisiert. Gemeinsam mit anderen Institutionen betreibt der Tiergarten auch wichtige Grundlagenforschung, deren Ergebnisse den Pandas im Freiland zu Gute kommen und ihre Haltung in Menschenobhut verbessern. Ein Aspekt beim Pandaschutz ist auch die Erhaltungszucht, zu der das Schönbrunner Pandapärchen einen Beitrag geleistet hat.

Der erste Pandanachwuchs: Fu Long

Im August 2007 kam ihr erster Nachwuchs zur Welt. Fu Long ("Glücklicher Drache") war das erste auf natürlichem Weg gezeugte Panda-Junge Europas. Journalisten stürmten den Tiergarten, die Bilder des kleinen Pandas  gingen um die ganze Welt. Wie es im Vertrag mit der Volksrepublik China festgelegt ist, übersiedelte Fu Long, nachdem er zwei Jahre alt geworden und damit auch von seiner Mutter entwöhnt war, im November 2009 in die Pandazucht- und Forschungsstation in Bifengxia.

Der zweite Pandanachwuchs: Fu Hu

Genau drei Jahre nach Fu Longs Geburt, am 23. August 2010, glückte es ein zweites Mal, diese charismatische und bedrohte Tierart zu züchten. Ein weiteres Panda-Jungtier wurde geboren: Fu Hu, der „Glückliche Tiger". Wie schon sein Bruder verzauberte der kleine schwarzweiße Bambusbär die Besucher. Der Panda-Nachwuchs übersiedelte, wie zuvor schon sein Bruder Fu Long, im November 2012 nach China.

Der dritte Pandanachwuchs: Fu Bao

Am 14. August 2013 kam erneut ein Pandababy zu Welt: Fu Bao, der „Glückliche Leopard“. Die Geburt des kleinen Fu Bao bestätigte abermals, dass Schönbrunn von der Volksrepublik China zu Recht als Kooperationspartner für den Schutz dieser stark gefährdeten Bären-Art auserwählt wurde. Im November 2015 übersiedelte Fu Bao in die Pandastation Du Jiangyan in China.

Die Panda-Zwillinge Fu Feng und Fu Ban

Am 7. August 2016 brachte Pandaweibchen Yang Yang Zwillinge zur Welt. Der Tiergarten setzt auf natürliche Aufzucht und die Mutter kümmert sich fürsorglich um ihre beiden Jungtiere. Es sind ein Männchen und ein Weibchen, die derzeit in der Baumhöhle und nicht für die Besucher zu sehen sind. Frühestens Ende des Jahres ist damit zu rechnen, dass die Jungtiere ihre ersten Schritte in die Innenanlage machen werden und damit für die Besucher zu sehen sein werden.

Die Schönbrunner Pandaanlage

Die einstige Elefantenanlage, die zwischenzeitlich von Madrills und Meerkatzen bewohnt wurde, wurde zu einem modernen Pandahaus (135 m²) mit einer gut strukturierten Außenanlage (1015 m²) adaptiert. Erwachsene Pandas verbringen rund 80 Prozent % ihrer Zeit mit Fressen und Ruhen. Dennoch ist eine tiergerecht gestaltete Anlage neben einer ausgewogenen Ernährung, bester medizinischer Betreuung und einem engagierten Pflegerteam einer der wichtigsten Aspekte in der Haltung.

An einen Baumstamm gelehnt zu fressen, auf einer Holzplattform einige Meter über dem Boden zu schlafen, Bäume und Erdhügel raufzuklettern oder sich in einem Teich abzukühlen, sind nur einige Beispiele, welche Verhaltensweisen Pandas zeigen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Um das Wohlbefinden der Pandas auch an heißen Sommertagen sicherzustellen, wurden Airconditioner sowie eine Benebelungsanlage installiert.