Tiergarten Schönbrunn

Projekte

Umbau des Historischen Affenhauses

Nachdem die Orang-Utans im Mai 2009 in ihre neue Anlage in der ORANG.erie übersiedelt sind, wird das Alte Affenhaus generalsaniert. Das Gebäude geht im Wesentlichen auf einen Umbau in den Jahren 1906/07 zurück, doch 1930 wurde das historische Gebäude außen wie innen verändert. Die ehemalige Orang-Utan-Anlage ist 1985 ein weiteres Mal umgebaut worden und hat ihr heutiges Aussehen schließlich 1996 erhalten. Nach der Neugestaltung soll das Affenhaus wieder im ursprünglichen Glanz erstrahlen und das Zuhause für vier Kleinaffengruppen werden. Im Laufe seiner Geschichte hat das Alte Affenhaus unglaublich viele Primatenarten, aber auch andere Tiere, wie Faultiere, Flughunde oder Gürteltiere beherbergt. Im Sinne einer zeitgemäßen Tierhaltung wurde die Artenzahl in den letzten zwanzig Jahren mehrmals reduziert. Das neue Konzept für das Haus hat eine weitere Artenreduktion als Basis, um die Affenhaltung noch attraktiver zu gestalten und den Tieren ein Optimum an Lebensraum zu bieten.

Baubeginn 2010

Um für die Primaten großzügige Anlagen zu schaffen, wird das Affenhaus im nächsten Jahr zur Baustelle. Auch die historische Fassade wird soweit wie möglich rekonstruiert. In dem Bereich, in dem derzeit die Kleinaffen untergebracht sind, entstehen drei großzügige Anlagen für drei Affengruppen.

In bewährter Gemeinschaftshaltung werden in einem Gehege Zwergseidenäffchen, die auch ausgewachsen nur 120 Gramm auf die Waage bringen, und Braunrücken-Tamarine gezeigt. Im zweiten Gehege sind Rote Varis vorgesehen, als Vertreter der Lemuren und damit Bewohner Madagaskars. Bekannt sind die Roten Varis nicht nur für ihr signalfarbenes Fell, sondern auch für ihre lauten, kollektiven Rufe. Der historische Sprungturm, der derzeit von den Außenanlagen verdeckt ist, wird nach dem Umbau wieder frei stehend zu bewundern sein. Dort wird eine Großfamilie Totenkopfäffchen leben. Die Affen aus Südamerika haben ihren schrecklichen Namen einzig und allein aufgrund ihrer Gesichtszeichnung. Eine vierte Kleinaffengruppe findet im ehemaligen Orang-Utan-Gehege ein neues Zuhause. Hier werden die massiven Stahlkonstruktionen und Absperrungen entfernt, so dass ein schönes, großes Gehege entsteht. Durch zusätzliche Fenster und eine neue Glasdachkonstruktion wird es im Innenraum heller und freundlicher sein. Im Sinne des Engagements des Tiergartens für Artenschutzprojekte in freier Wildbahn könnte dieser Bereich das Domizil für Wanderus, auch Bartaffen genannt, werden, die in ihrem indischen Lebensraum als sehr bedroht gelten. Die andere Möglichkeit wäre ein Primat aus Afrika: die ebenfalls attraktiven, auffällig schwarz-weißen Colobus-Affen.

Begehbare Besuchergalerie

Eine bauliche Attraktion wird die Galerie sein, die derzeit ungenützt ist und nach dem Umbau auch für Besucher begehbar sein wird. Eine Stiege und ein Lift werden auf die Galerie mit einer Dauerausstellung zum Thema „Der vermenschlichte Affe und der zivilisierte Mensch" führen. Gezeigt werden dabei ausgewählte Affenskulpturen aus einer europaweit einzigartigen und wertvollen Privatsammlung, die dem Tiergarten geschenkt wurde.

Affen zählen seit jeher zu den besonderen Lieblingen der Tiergartenbesucher. Die Haltung ausgewählter Affenarten kombiniert mit der Skulpturenausstellung wird das Affenhaus zu einem attraktiven Besuchermagneten machen.

Gesamtkosten des Projektes:
3,5 Millionen Euro

Giraffenhaus

Das Giraffenhaus aus dem Jahr 1828 ist die einzige Anlage im historischen Bereich, die noch nicht erneuert wurde. Jetzt liegen die Pläne für ein neues Zuhause für die Giraffenfamilie des Tiergartens vor. Unter Wahrung der historischen Substanz ist ein großzügiger Freilaufstall mit einer verglasten Winterresidenz vorgesehen, und das neue Freigehege wird dem natürlichen Lebensraum sehr nahe kommen: Mit sanft strukturierten Geländeformen und kleinen Wasserstellen, die in einen Teich münden.

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