Tiergarten Schönbrunn

Nacktmull (Heterocephalus glaber)

Familie: Sandgräber
Gewicht: 30–70 g
Lebensdauer: Bis 30 Jahre
Verbreitung: IUCN-Karte

Nacktmullen gehören zu den Nagetieren und leben in Kolonien. Sie haben extrem große Zähne, die als Grabwerkzeuge verwendet werden. Ihren Namen haben sie der Tatsache zu verdanken, dass beinahe ihr gesamter Körper mit Ausnahme von einigen Fühlhaaren (Vibrissen) vollkommen haarlos ist. Gewertet wird dies als Anpassung an ihre Lebensweise in unterirdischen Gängen und großen Gruppen. Durch ihre Haarlosigkeit können sich keine Parasiten auf ihrem Körper ansiedeln und verbreiten. Genau wie bei Bienen und Ameisen bekommt nur ein Weibchen in der Kolonie Nachwuchs- die Königin. Sie kann bis zu 27 Babys auf einmal werfen. Die restlichen Weibchen der Kolonie hingegen sind sterile Arbeiterinnen. Sie reinigen und bauen die Gänge, versorgen die Jungen und wehren Feinde ab. Die Arbeiterinnen können keine Babys mehr bekommen, weil ihre Geschlechtsorgane nicht fertig ausgebildet sind. Die Entwicklung der Geschlechtsorgane wird durch das aggressive Verhalten der Königin unterdrückt. Dafür aber muss die Herrscherin ständig in Kontakt zu ihnen bleiben. Tatsächlich ist sie ständig in den Gängen unterwegs und schiebt sich über ihre Untertanen hinweg. Die Männchen haben es besser -  ihre einzige Aufgabe ist es, in der Paarungszeit die Königin zu begatten. Eine Kolonie kann aus bis zu 200 Tieren bestehen und die Fläche eines Fußballplatzes erreichen.

Privatpatenschaften

  • Leila Mahdavian