Schmetterlingsinseln

  • Tanja Dietrich-Hübner von "Blühendes Österreich" und Tiergartendirektorin Dagmar Schratter

Mit knapp 4.100 Faltern zählt Österreich zu den schmetterlingsreichsten Ländern Mitteleuropas. Doch die Schmetterlinge sind in ihrem Bestand bedroht. Im Tiergarten Schönbrunn gibt es sechs „Schmetterlingsinseln“, die von der Naturschutz-Initiative „Blühendes Österreich“ gesponsert wurden. „An den Schmetterlingsplätzen finden sich Nektarpflanzen und Raupenfutterpflanzen und es gibt jede Menge Informationen zu den verschiedenen Schmetterlingsarten, zu den Lebensräumen, die sie benötigen, und vor allem auch Tipps, was jeder zuhause für Schmetterlinge tun kann“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist keine Hexerei. Spezielle Pflanzen wie Disteln locken Schmetterlinge und viele andere Insekten an. Wer auf einen schönen Rasen nicht verzichten will, lässt einfach in einer Ecke Brennnesseln stehen. „Die Naturschutz-Initiative Blühendes Österreich fördert die natürliche Vielfalt und setzt sich für den Erhalt von bedrohten Lebensräumen wie Mooren, Auen und Wiesen ein. Dabei liegen uns auch die Schmetterlinge besonders am Herzen“, so Tanja Dietrich-Hübner, Leiterin der Stabstelle Nachhaltigkeit der REWE International AG und Vorstandsvorsitzende von Blühendes Österreich.

Standorte der Schmetterlingsinseln im Tiergarten:

  • Elefanten
  • Nasenbären
  • Heimtierpark
  • Giraffenpark
  • Neben dem Aquarien-Terrarienhaus am Weg zur ORANG.erie
  • Hinter dem Regenwaldhaus

Tierpfleger und Biologe Rupert Kainradl:
"Schon als Kind habe ich meine Liebe zu Schmetterlingen entdeckt. Leider habe ich im Laufe der Jahre auch bemerkt, dass die Artenvielfalt und die Zahl der Schmetterlinge abnimmt. Doch für Schmetterlinge kann man schon mit geringem Aufwand und innerhalb kürzer Zeit etwas bewirken. Kaum war bei unserer Schmetterlingsinsel beim Aquarien-Terrarienhaus Fenchel gepflanzt, hat ein Schwalbenschwanz bereits seine Eier abgelegt."

 Tipps für ein schmetterlingsfreundliches Zuhause:

  • Gärten, auch ganz kleine, können hervorragende Naturstandorte sein. Achten Sie bei der Pflanzenauswahl darauf, dass die Pflanzen Schmetterlingen, Bienen und Hummeln Nektar bieten. Dazu zählen u.a. Lichtnelke, Zinnie, Eisenkraut, Ysop, Fenchel, Witwenblume, Blaukissen, Phlox, Seidelbast und Sommerflieder. Sogenannte gefüllte Blüten, also jene Blüten, die eine vermehrte Anzahl an Blütenblättern besitzen, bieten keine Nahrung.
  • Gönnen Sie sich eine Blumenwiese! Sie erfreut den Betrachter durch Buntheit, bietet Tieren eine Lebensgrundlage und macht viel weniger Arbeit als ein englischer Rasen.
  • Lassen Sie Brennnesseln stehen, wo immer es geht: Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral und Landkärtchen sind gänzlich auf sie angewiesen und für 20 weitere Arten stellt sie eine mögliche Raupennahrung dar.
  • Viele Schmetterlinge sind als Raupe direkt von bestimmten Pflanzen abhängig:
    Esparsetten-Bläuling - Esparsette
    Kleiner Perlmutterfalter - Ackerstiefmütterchen
    Schachbrett - verschiedenen Wiesengräser
    Distelfalter - Distel
    Schwalbenschwanz - Doldenblütler wie Fenchel, Dille oder Wilde Karotte sowie Diptam
    Osterluzeifalter - Osterluzei
    Segelfalter - Schlehe, Weißdorn, Pfirsich
  • Generell gilt das Motto: "Seien Sie in Ihrem Garten nicht zu ordentlich!" Ein Golfrasen und akribisch gepflegte Blumenbeete sind der Artenvielfalt hinderlich. Wenn Sie den Garten ein stückweit der Natur überlassen, geben Sie Tieren einen Lebensraum und gleichzeitig bleibt Ihnen mehr Freizeit, um den Garten zu genießen.

App "Schmetterlinge Österreichs"

Egal ob im eigenen Garten, beim Spaziergang im Park oder bei einem Schulausflug: Über die App „Schmetterlinge Österreichs“ können gesichtete Schmetterlinge gemeldet und bestimmt werden.140 heimische Schmetterlingsarten sind mit Fotos und Steckbriefen vertreten. Gemeinsam wird dadurch das größte Schmetterlingsportal Österreichs und ein landesweites Citizen-Science-Projekt aufgebaut. zur Schmetterlings-App