EAZA-Kampagne "Silent Forest"

EAZA Naturschutz-Kampagnen sollen Kräfte in den EAZA Mitgliederzoos auf ein Thema bündeln, um Impulse zu setzen und Institutionen, aber auch Einzelpersonen zu motivieren, aktiv zu werden.

Die EAZA SILENT FOREST-Kampagne nimmt uns mit nach Asien, in das Gebiet der Sunda-Inseln. Die Großen Sundainseln mit Brunei, West Indonesien (Bali, Java, Kalimantan und Sumatra), sowie Singapur, Malaysia, Südmyanmar und Südthailand ist eine ökologisch sehr vielfältige Region mit mehr als 850 Vogelarten. Sie ist einer der globalen Biodiversitäts-Hotspots mit hohem Endemismus.

Die Kampagne stellt eine besondere Gruppe von Tieren in den Fokus: die Singvögel. Einige der spektakulärsten Singvögel sind bereits am Rand der Ausrottung. Die Kampagne zielt darauf ab, die anhaltende Ausrottung der Singvögel in Asien zu stoppen und das Bewusstsein in der Zoogemeinschaft, bei Besuchern und Partnerorganisationen, zu stärken. Mit den gesammelten Spenden werden sechs Schutzprojekte, die das Kampagnen-Team bereits ausgewählt hat, in Südostasien unterstützt.

Asiatische Singvogelkrise

Die Vögel in Südostasien sind in vielerlei Hinsicht bedroht. Die größte Bedrohung ist der Verlust von Lebensraum, der in der gesamten Region verheerende Folgen hat. Eine weitere Bedrohung ist aber eindeutig der oft illegale und nicht nachhaltige Handel mit wildlebenden Tieren.

Das Halten von Vögeln hat eine lange Tradition in der javanischen Kultur. Der Besitz eines Vogels ist fast eine Verpflichtung für jeden Erwachsenen, der eine eigene Wohnung hat. Darüber hinaus hat der Anstieg der populären Gesangswettbewerbe die Nachfrage nach bestimmten Arten immens gesteigert. Für die Tiere mit dem besten Gesang werden enorme Preise gezahlt.

Tomas Ouhel, Vorsitzender des Kampagnen-Teams, Zoo Liberec

„Unser Ziel ist es, die Situation asiatischer Singvögel in ihrem natürlichen Lebensraum zu verbessern und ein größeres Verständnis für ihre Bedrohungen und die Rolle, die Zoos bei ihrer Erhaltung spielen können, zu entwickeln. Wir werden mit Partnerorganisationen zusammenarbeiten, um den Druck auf Regierungsbehörden in der Region zu erhöhen. Wir wollen Bewusstseinskampagnen vor Ort etablieren und die Vogelbeobachtung als alternatives Hobby fördern.“