Artenschutzprojekt Aphanius

Der Aphanius braucht unsere Hilfe!

Die Gattung Aphanius gehört zu den eierlegenden Zahnkarpfen. Diese maximal 6 cm langen Fische bewohnen Extremlebensräume. Hohe Salz- und Schwefelkonzentrationen können ihnen ebenso wenig anhaben wie tägliche Temperaturschwankungen um 20°C. Trotzdem sind fast alle der rund 20 Aphanius-Arten und deren Unterarten stark gefährdet. Zwei Vertreter aus dieser Gruppe sind sogar schon ausgestorben. Gründe dafür sind die Zerstörung der Lebensräume (z.B. für Hotelbauten an der Küste), intensive Wasserentnahme für Landwirtschaft und Trinkwassergewinnung sowie das Einsetzen standortfremder Fischarten.

Maßnahmen

Erst in den letzten Jahren wurde begonnen, Schutzmöglichkeiten für die Aphanius-Kärpflinge zu entwickeln. Viele dieser Initiativen, z.B. in Jordanien und Spanien, gingen von Vogelschutz-Organisationen aus, da die Aphanius-Lebensräume meistens auch Refugien für seltene Wasservögel sind.

Im Tiergarten Schönbrunn werden derzeit 18 Arten der Gattung gehalten und erfolgreich vermehrt. Zwei dieser Arten sind in der Natur schon ausgestorben. Mehr Arten werden in keiner anderen Organisation gepflegt. Die Nachzuchttiere werden im Rahmen von Arterhaltungsprogrammen an andere Zoos und Organisationen verteilt.  Auch verschiedene Universitäten bekommen immer wieder Tiere, die im Tiergarten Schönbrunn gezüchtet wurden, um neue Erkenntnis über die verschiedenen Arten im Rahmen von Forschungsprojekten zu erlangen.

Ein Forschungsprojekt im Tiergarten Schönbrunn über den Azraq Kärpfling (Aphanius sirhani) hat viele bis dahin unbekannte Ergebnisse über Temperaturansprüche und die Eientwicklung dieser Art geliefert. Solche Daten sind sehr wichtig, um bei Renaturierungsprojekten in den natürlichen Lebensräumen die richtigen Maßnahmen für eine langfristige Arterhaltung zu setzen.

Ziel

Ziel der Zucht und Haltung der Aphanius-Arten ist es zum einen, wertvolles Wissen über ihre Lebensweise zu gewinnen. Diese Informationen sind nötig, um ihren Lebensraum gegebenenfalls wiederherzustellen. Zum anderen werden diese Fischarten gezüchtet, um eine Back-up-Population zu haben. Sollten ihre Lebensräume wieder stabil und nicht mehr gefährdet sein, könnten sie wiederangesiedelt werden.

So unterstützt der Tiergarten das Projekt

  • Erfolgreiche Zucht von 18 Arten
  • Bereitstellung von Nachzuchttieren für Arterhaltungsprogramme und Forschungsprojekte
  • Entwicklung von Forschungsprojekten