Naturerlebnispfad

Der Tiergarten Schönbrunn ist nicht nur das Zuhause für viele exotische und zum Teil stark bedrohte Tierarten, sondern mit dem letzten Zipfel Wienerwald auch Lebensraum vieler heimischer Wildtiere. Seit April 2009 führt vom Tirolerhof der Baumkronenpfad ("Im Wald" Teil I) in zehn Metern Höhe in das Blätterdach der Bäume und bietet neben einem spektakulären Ausblick auf den Tiergarten, das Schloß Schönbrunn und die Stadt die Möglichkeit, viele Vogelarten zu beobachten.

Die häufigsten Wildvögel im Areal des Tiergartens sind Haussperlinge, Kohlmeisen und Krähen. Bisher konnten 74 Vogelarten beobachtet werden, 22 davon haben Junge aufgezogen. Drei der brütenden Vogelarten sind in den Roten Listen der gefährdeten Tierarten verzeichnet: Mittelspecht, Gartenbaumläufer und Rauchschwalbe. Der Wald am Tirolergarten ist der artenreichste Teil des Tiergartens. Hier leben auch Fledermäuse und Füchse.

Auge in Auge mit Kreuzotter & Feuersalamander

Beim Spaziergang durch das romantische Waldstück "Im Wald" Teil II gibt es viel Spannendes und Lehrreiches zu entdecken: Warum selbst ein umgefallener Baum für Tiere als Unterschlupfmöglichkeit und Brutplatz von großer Bedeutung ist, welche Beeren-Sträucher man für Vögel als natürliche Futterquelle im Garten pflanzen kann und wie man schon mit einem kleinen Teich einen wertvollen Lebensraum schafft: All das ist entlang des 170 Meter langen Weges Thema und soll den Besuchern zeigen, dass jeder einzelne etwas für den Natur- und Artenschutz tun kann.

Am Wegesrand stehen drei Freilandterrarien mit heimischen Amphibien und Reptilien: In einem leben Kreuzottern - kleine Giftschlangen, die man in Österreich vor allem beim Heidelbeerpflücken oder bei Wanderungen im Gebirge antrifft. Das zweite Terrarium teilen sich drei Amphibienarten: Feuersalamander, Gelbbauchunken und Bergmolche. Im dritten Terrarium werden mit Hornottern die wohl spektakulärsten heimischen Giftschlangen gehalten. Eine besondere Attraktion ist die Anlage für Smaragd- und Mauereidechsen, wo sich zwischen Steinmauern und Weinreben die flinken Tierchen tummeln oder an einem warmen Plätzchen sonnen.

AHA-Erlebnisse und Spaß für Kinder garantiert

Im Gebüsch „lauern" schattenhafte Umrisse von bedrohten, heimischen Raubtieren wie Wolf, Luchs und Bär. Auch ungewöhnliche Lebensräume sind entlang des Weges zu bestaunen, wie eine mit Regenwasser gefüllte Traktorspur. In solchen Kleinstgewässern setzt zum Beispiel der Feuersalamander seine Larven ab. Auch Bombentrichter, Zeugen einer traurigen Vergangenheit, werden bei lehmigem und verdichtetem Untergrund zu Tümpeln und als solche von Wasserkäfern wie dem Gelbrandkäfer als Wohngewässer genutzt. In Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten wurde ein Ameisenstaat mit Kleinen Roten Waldameisen angesiedelt. Für Kinder gibt es zwei besondere Highlights: eine Feuersalamander-Kletterwand und ein großes Spinnennetz zum Durchkrabbeln.

Heimische Fischwelt

In den riesigen Freilandaquarien wird im Bereich "Am Wasser" die heimische Fischwelt gezeigt. Das oberste Becken repräsentiert die Gewässer unserer Bergwelt, in denen Bachforellen, Seesaiblinge, Äschen und Aalrutten leben. Im daran anschließenden Fluss-Becken sind unter anderem Huchen, Nasen und Störe zu sehen. Das dritte Teichaquarium ist einem Altarm gewidmet. Hier sieht man Welse, Zander und Hechte. Auch die Bepflanzung und die Gestaltung rund um die Teichaquarien entsprechen den verschiedenen Höhenlagen - von der Alpenflora bis in die Schilfzone des Tieflandes. Dazwischen befinden sich Flachwasserzonen, die von den Fischen nicht erreicht werden können. Sie haben die Aufgabe, den wildlebenden Fröschen und Molchen des Schönbrunner Parks Lebensraum und Fortpflanzungsmöglichkeit zu bieten.