Artenschutzprojekt Bartgeier

Der Bartgeier braucht unsere Hilfe!

Der Bartgeier war einst in fast allen Gebirgen Südeuropas und in den Alpen beheimatet. Mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern ist er der größte Vogel Europas. Obwohl der Bartgeier ein harmloser Aas- und Knochenfresser ist, wurde ihm nachgesagt, er würde Gämse und Lämmer reißen und selbst vor Kindesraub nicht zurückschrecken. So wurde aus dem Bartgeier ein „Lämmergeier“, der gnadenlos verfolgt wurde und Anfang des 20. Jahrhunderts im Freiland ausgerottet war.

Maßnahmen

Wie so oft, sorgten Tiergärten dafür, dass der Bartgeier als Art überleben konnte. Zuchterfolge und Forschung im Alpenzoo Innsbruck haben den Anstoß zu einem internationalen Gemeinschaftsprojekts zur Wiederansiedelung gegeben, die 1986 mit der Freilassung der ersten jungen Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern begann.Seither wurden rund 200 junge Bartgeier aus Zoos und Zuchtstationen in Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz ausgewildert, die ihrerseits wieder für Nachwuchs sorgten.

Die in Zoos geborenen Jungvögel müssen lernen, sich in freier Wildbahn zurechtzufinden. Die Nestlinge werden im Alter von drei Monaten in kleinen Gruppen in gut geschützte Horstnachbildungen ausgesetzt. Sie werden von Betreuern mit Futter versorgt, wobei jeglicher Kontakt vermieden wird, und entwickeln eine Bindung zu diesem Ort, zu dem sie später wieder zurückkehren und Brutterritorien gründen. Nach vier Wochen fliegen die Junggeier schließlich aus und werden ohne weitere Unterstützung zu echten Wildvögeln.

Um den Lebensweg der Vögel verfolgen zu können, werden sie mit Sendern ausgestattet und durch Bleichung von Schwung oder Schwanzfedern gekennzeichnet. So können sie beobachtet werden und liefern wertvolle Hinweise für weitere Ansiedelungen mit Blick auf eine möglichst breite genetische Durchmischung. Zudem wird versucht, die Öffentlichkeit von der Harmlosigkeit dieser majestätischen Greifvögel zu überzeugen und umfassend über das Projekt zu informieren.

Ziel

Noch ist das Projekt jedoch nicht zu Ende. Vielmehr sind weiterhin große Anstrengungen erforderlich, um ausreichend zoogeborene Vögel wiederanzusiedeln, die im Alpenraum lebenden Bartgeier zu überwachen und die Öffentlichkeit von der Harmlosigkeit dieses Tieres zu überzeugen.

So unterstützt der Tiergarten Schönbrunn das Projekt:

  • Erhaltungszucht
  • Expertenwissen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Das sagen unsere Projektmitarbeiter:

Regina Riegler, Tierpflegerin im Tiergarten Schönbrunn:
„Es ist ein sehr gutes Gefühl, bei diesem Wiederansiedelungsprojekt mitwirken zu können. Vor allem wurden unsere Bemühungen der letzten Jahre belohnt und diese majestätischen Vögel brüten nun tatsächlich wieder in den Alpen - ein herausragendes Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und für eine gute Sache kämpfen."

Das sagen unsere Partner:

Gerlinde Kaltenbrunner, Taufpatin eines Schönbrunner Bartgeiers:
Die bekannte Höhenbergsteigerin ist Taufpatin des jungen Bartgeier-Weibchens "Gerlinde", das im Tiergarten Schönbrunn geschlüpft ist und in den französischen Westalpen wiederangesiedelt wurde. „Ich freue mich, die Patin der kleinen Gerlinde zu sein“, sagt Kaltenbrunner. „Es ist unglaublich wichtig, dass diese schönen Tiere die Chance bekommen, ein Leben in Freiheit zu führen. Ich bin stolz, ein solches Projekt unterstützen zu können."