Artenschutzprojekt Habichtskauz

Der Habichtskauz braucht unsere Hilfe!

Noch vor 100 Jahren bewohnte der Habichtskauz, nach dem Uhu die zweitgrößte Eule Mitteleuropas, die Wälder Österreichs. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts galt die Art bei uns als ausgestorben. Die österreichischen Vorkommen stellten aber eine wichtige Verbindung zwischen den Populationen im Süden (Slowenien/Italien/Kroatien) und im Norden (Deutschland/Tschechische Republik) dar. Heute ist diese Brücke unterbrochen.  

Maßnahmen

In den letzten Jahrzehnten verbesserten sich die Lebensbedingungen für den Habichtskauz. Wertvolle Waldlebensräume stehen heute unter Schutz oder werden nachhaltig bewirtschaftet. Aus diesem Grund wurde vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien ein Wiederansiedlungsprojekt  ins Leben gerufen.

Junge Käuze, die in Zoos und Zuchtstationen geschlüpft sind, übersiedeln an Freilassungsorte, wo sie in Volieren über mehrere Wochen ihre neue Umgebung kennenlernen, bevor sie in die Natur entlassen werden. So konnten seit Beginn des Projekts 187 Jungkäuze in den beiden Schutzgebieten „Biosphärenpark Wienerwald“ und „Wildnisgebiet Dürrenstein“ ausgewildert werden. Mit großem Erfolg: Im Freiland haben sie mit rund 60 Jungvögeln bereits fleißig für Nachwuchs gesorgt.

Die Österreichische Zoo Organisation (OZO), deren Mitglied der Tiergarten Schönbrunn ist, unterstützt seit 2012 auch die Kontrolle und Identifizierung der im Freiland brütenden Habichtskäuze. So konnten in der Brutsaison 2012 von insgesamt 22 brütenden Käuzen 19 identifiziert werden - darunter auch das Weibchen „Aulelia" aus dem Tiergarten Schönbrunn, das drei Junge im Nest hatte.

Ziel

Ziel des Projekts ist es, eine sich selbst erhaltende Habichtskauz-Population aufzubauen. Der Habichtskauz soll in den österreichischen Wäldern wieder heimisch werden.

So unterstützt der Tiergarten Schönbrunn das Projekt:

  • Erhaltungszucht
  • Identifizierung der Käuze im Freiland
  • Öffentlichkeitsarbeit

Das sagen unsere Partner:

Richard Zink, Leiter von Habichtskauz.at:
„Das Wiederansiedlungsprojekt wäre ohne das Engagement der Österreichischen Zoo Organisation vermutlich nicht über die visionäre Vorbereitungsphase hinaus gekommen und ohne die internationale, stabile Zoopopulation wäre das Comeback der Habichtskäuze kaum zu gewährleisten. Der Tiergarten Schönbrunn ist als kompetenter Partner wesentlich an der Nachzucht der Jungvögel und damit am Erfolg des Artenschutzprojekts beteiligt. Erste Bruterfolge im Freiland unterstreichen die Effizienz der Kooperation zwischen unserem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an der VetmedUni Wien und dem Tiergarten Schönbrunn."

Silke Kobald, Bezirksvorsteherin Hietzing:
Begeistert vom Wiederansiedelungsprojekt hat Hietzings Bezirksvorsteherin Silke Kobald die Patenschaft für die Schönbrunner Habichtskäuze übernommen und einem der vier Jungkäuze, die im April 2014 im Tiergarten geschlüpft und im Juni wiederangesiedelt wurden, den Namen „Hietzi“ verliehen. „Auch im Bezirk Hietzing, im Gebiet des Biosphärenparks Wienerwald, gibt es einen Freilassungsort im Rahmen dieses Projektes, weil diese seltenen Vögel hier gute Lebensbedingungen vorfinden“, so Kobald.