1452
Im Stadtgraben von Wien wird der erste „Tiergarten“ eingerichtet (bis 1462).
1542
Auf der Wiener Burgbastei besteht eine kleine Tierhaltung (bis 1574).
1552
Zum ersten Mal ist in Wien ein Elefant zu sehen. Er wird in der im selben Jahr fertig gestellten Menagerie von Schloss Ebersdorf bei Wien (bis 1607) untergebracht.
1564
Auch auf dem Gelände von Schloss Neugebäude (heute Wien-Simmering) wird eine Menagerie errichtet. Ein Teil der Tiere aus Ebersdorf wird dorthin übersiedelt.
1569
Kaiser Maximilian II. kauft die Katterburg, den Vorgängerbau des heutigen Schlosses Schönbrunn. Ein Jahr später wird auf dem weitläufigen Areal ein Jagd-Tiergarten eingerichtet.
1642
Der Name „Schönbrunn“ ist erstmals urkundlich nachweisbar.
1716
Prinz Eugen gründet eine Menagerie im Park von Schloss Belvedere, die nach seinem Tod zusammen mit dem übrigen Besitz vom Kaiserhaus gekauft wird (1737).
1752
Am 31. Juli ist erstmals ein Besuch von Kaiser Franz I. Stephan mit Gästen in der schon fast fertig gestellten Menagerie im Schlosspark von Schönbrunn belegt. Dieser Tag gilt deshalb als "Geburtstag" des Tiergarten Schönbrunn.
1759
Als letzter Bauteil der Menagerie wird der Zentralpavillon fertig gestellt. Er dient dem Kaiserpaar und seinen Gästen als Frühstücks- und Gesellschaftsraum.
1770
In Schönbrunn zieht der erste Elefant ein (ein Indischer Elefant).
1778
Die Menagerie wird zusammen mit Schloss und Park bei freiem Eintritt für die Bevölkerung geöffnet. Sie ist vorerst nur an Sonntagen und für „anständig gekleidete Personen“ zugänglich.
1781
Aus der aufgelassenen Menagerie im Schloss Neugebäude ziehen mit Wölfen und Bären erstmals „Raubtiere“ in Schönbrunn ein.
1799
Vom italienischen Menagerie-Besitzer Albi (Alpi) werden zahlreiche Großtiere angekauft, darunter ein Paar Indischer Elefanten sowie die ersten Eisbären, Großkatzen und Hyänen.
1803
Erzherzog Johann, ein Bruder von Kaiser Franz II./I., errichtet auf dem im Süden an die Menagerie grenzenden Berghang ein bewirtschaftetes Bauernhaus im Tiroler Stil, das bald als "Tirolerhof" bezeichnet wird.
1828
Die erste Giraffe erregt bei den Wienern großes Aufsehen. Das Tierhaus muss für die Unterbringung des „hohen Gastes“ vergrößert und adaptiert werden. Zahlreiche modische Accessoires mit Giraffen-Motiven sorgen für Entzückung in der Damenwelt. Ein Theaterstück und zwei Kompositionen "à la Giraffe" entstehen. Bis heute hat sich das Rezept der damals entstandenen „Giraffentorte“ erhalten.
1841
Ein neu eingerichtetes Affenhaus, dem wenige Jahre später ein großer, achteckiger Sprungturm angebaut wird (bis 1907), wird zu einer Attraktion für die Besucher.
1848
Die Menagerie übersteht die Revolutionsereignisse einschließlich der Beschießung Wiens durch die kaiserliche Artillerie unbeschadet.
1858
In Schönbrunn wird erstmals eine Giraffe geboren.
1865
Die "Inspektion der Menagerie Schönbrunn" wird von der gemeinsamen Verwaltung mit den Hofgärten gelöst und eine selbstständige "Administration" des kaiserlichen Hofes unter der Zuständigkeit des Obersthofmeisteramtes.
1884
Unter Alois Kraus (Direktor 1879-1919) beginnt eine groß angelegte Modernisierung der Anlage. Dabei werden auch die fast vier Meter hohen Trennmauern zwischen den einzelnen Tierabteilungen („Logen“) durch Gitter ersetzt und weite Teile der Umfassungsmauer abgetragen. Die Besucher erhalten bessere Zugangsmöglichkeiten, und die technische Infrastruktur wird verbessert. Alois Kraus erreicht auch erste kleine Gebietserweiterungen für den Tiergarten.
1906
Am 14. Juli erfolgt in Schönbrunn die weltweit erste Geburt eines in einem zoologischen Garten gezeugten Elefanten.
1914
Schönbrunn zählt mit nahezu 3500 Tieren in 717 Arten zu den schönsten und größten Zoos der Welt.
1921
Nachdem nur knapp vierhundert Tiere den Ersten Weltkrieg und die anschließenden Versorgungsengpässe überlebt haben, wird der Tiergarten dem „Ministerium für Handel und Wirtschaft, Industrie und Bauten“ unterstellt und als Staatsbetrieb weitergeführt. Die Wiener fördern im Rahmen einer Hilfsaktion und durch zahlreiche Tier- und Sachspenden den Fortbestand des Tiergartens. Am Tirolerhof wird ein Restaurant eröffnet, das durch einen neu angelegten Weg mit dem Tiergarten verbunden ist.
1926
Die großen Greifvogel-Volieren am heutigen Affenteich (damals Ententeich), ein europaweit vorbildhaftes Bauwerk, werden unter Direktor Otto Antonius (1925-1945) fertiggestellt. Im September erfolgt anlässlich der erstmals in Wien stattfindenden Konferenz der Direktoren mitteleuropäischer zoologischer Gärten die offizielle Namensänderung von „Menagerie“ auf „Tiergarten“.
1936
Der Tiergarten erhält große Teile des im Osten angrenzenden ehemaligen Kleinen Fasangartens als Ausbaufläche. Die Verbauung des Areals und die Modernisierungsvorhaben im historischen Teil werden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Im Pavillon ist seit 1934 eine Dioramenschau über die eiszeitliche Tierwelt Österreichs zu sehen.
1945
Der Tiergarten Schönbrunn wird von zahlreichen Fliegerbomben getroffen. Viele Tierhäuser werden zerstört oder schwer beschädigt. Mehr als tausend Tiere sterben. Nach Kriegsende helfen die sowjetischen und später die britischen Besatzungstruppen beim Wiederaufbau. Der neue Direktor Julius Brachetka intensiviert die schon unter Otto Antonius begonnene Zusammenarbeit mit den Medien. Mit Plakat-Aktionen und Fotowettbewerben werden die Besucher wieder für den Tiergarten begeistert.
1949
Im Zentralpavillon wird ein Café-Restaurant eingerichtet.
1952
Anlässlich des 200-jährigen Gründungsjubiläums des Tiergartens wird im Schloss Schönbrunn eine historische Sonderausstellung gezeigt. In den Folgejahren entstehen nach einem Bebauungsplan des Architekten Prof. Michel Engelhart im historischen Bereich eine Reihe neuer Gehege, deren Baustil dem vorhandenen barocken Ambiente angepasst wird. Auch der Ausbaubereich zwischen Affenhaus und Eingang Neptunbrunnen wird in den nächsten 20 Jahren neu bebaut.
1953
Um das ständige Problem des unsachgemäßen Fütterns der Tiere durch die Besucher in den Griff zu bekommen, werden kleine, auf einzelne Tierarten abgestimmte Futtersäckchen verkauft. Ein neuer, leistungsfähigerer Wirtschaftshof soll auch im Tiergarten selbst eine bessere Versorgung der Tiere gewährleisten.
1959
Im historischen Bereich wird an der Stelle des durch Bomben beschädigten ehemaligen Straußen- und Reptilienhauses, in dem von 1923-1945 ein Restaurant eingerichtet war, ein neues Aquarien- und Terrarienhaus eröffnet. Es zählt zu den modernsten der Welt.
1961
In Schönbrunn erfolgt die weltweit erste Nachzucht des europäischen Seeadlers.
1969
Der neue Kinderzoo wird seiner Bestimmung übergeben.
1976
Gründung der Zoopädagogischen Abteilung, die zu den ersten Europas gehört.
1987
Trotz bedeutender Zuchterfolge erreicht die Kritik wegen unzeitgemäßer Tierhaltung in veralteten Gehegen ihren Höhepunkt. Auch die Besucherzahlen sind rückläufig. Ähnlich wie schon nach dem Ersten Weltkrieg werden deshalb Projekte für eine Verlegung oder Schließung des Tiergartens diskutiert.
1991
Der Tiergarten wird unter der Führung einer neu gegründeten Schönbrunner Tiergarten GesmbH aus der Bundesverwaltung entlassen und privatisiert. Helmut Pechlaner tritt als allein verantwortlicher Geschäftsführer mit 1.1.1992 seinen Dienst an.
1992
Der „Verein der Freunde des Tiergartens Schönbrunn“ entsteht. Er wird bald zum unermüdlichen und unentbehrlichen Helfer bei der Verwirklichung vieler Projekte. Auch zahlreiche Spender, Sponsoren und Tierpaten helfen mit, aus Schönbrunn wieder einen modernen und blühenden Tiergarten zu machen.
1993
Dem Tiergarten Schönbrunn wird das im Süden angrenzende Areal des Tirolergartens zur sanften Nutzung übertragen. Da der Baumbestand erhalten bleiben muss, dürfen hier keine Gehege errichtet werden, bei denen Gelände oder Bepflanzung verändert werden.
1994
An der Stelle der inzwischen verfallenen Gebäude wird im Tirolergarten der 1722 erbaute, denkmalgeschützte „Haidachhof“ aus dem Tiroler Brandenbergtal neu aufgebaut. Hier werden nun gefährdete heimische Haustierrassen gepflegt und gezüchtet. Im historischen Teil wird eine neue Großkatzenanlage eröffnet, die den Tieren endlich genug Auslauf ermöglicht. Für die Besucher wird im Inneren der Anlage ein kleiner Kinosaal eingerichtet.
1996
Der neue Elefantenpark wird seiner Bestimmung übergeben. Das ehemalige Elefantengehege wird in der Folge von Mandrills und Meerkatzen bewohnt. Im Affenhaus erhalten die Orang-Utans durch einen Anbau erstmals einen adäquaten Außenbereich, in dem sie auch Sonne und Regen erleben können. Im Dezember wird die Gesamtanlage von Schönbrunn in das UNESCO- Weltkulturerbe aufgenommen.
1997
Im Tirolergarten wird ein neuer Gasthof errichtet, der sich architektonisch an dem von Erzherzog Johann errichteten Bauernhaus orientiert.
1998
Die Deckenfresken des Kaiserpavillons werden renoviert. Im Kleinvogelhaus werden zwei für Besucher begehbare Freiflughallen eingerichtet. Die benachbarten ehemaligen Greifvogel-Volieren werden als Gehege für die Erhaltungszucht von Waldrappen und Keas umgewidmet. Der Tiergarten zeigt in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn die Ausstellung "Vier Millionen Jahre Mensch".
1999
Die „Wild Republic“ Souvenir-Shops ziehen in den Tiergarten ein. Als erste "Tochter" der Schönbrunner Tiergarten GmbH entsteht die "Tierärztliche Ordination Tiergarten Schönbrunn". Sie hat ihren Sitz in der ehemaligen Kammermeierei von Kaiserin Elisabeth südlich des Tirolergartens und steht auch Privatpersonen für ihre Haustiere offen.
2000
Das generalsanierte Aquarien- und Terrarienhaus wird in Betrieb genommen. Es kann nun wieder mit einer zeitgemäßen Haustechnik und neuen Attraktionen wie einem großen Riffbecken oder einem Amazonas-Tunnel aufwarten. Auch Backstage-Führungen durch die normalerweise nicht zugänglichen Bereiche des Hauses sind nun möglich.
2001
In der umgebauten und erweiterten Flusspferdanlage erhalten die Flusspferde im ehemaligen Besucherbereich vor dem Haus einen großzügigen Auslauf und im Inneren des Hauses ein Badebecken mit einer leistungsfähigen Filteranlage. An Stelle der von 1910 stammenden alten Bergwiederkäueranlage am Hang des Glorietteberges werden neue Gehege für Humboldtpinguine eröffnet.
2002
Der Tiergarten Schönbrunn feiert sein 250jähriges Bestandsjubiläum. Im März ziehen erstmals Koalas in Wien ein. Im Juli wird mit dem „Jubiläumsprojekt“ Regenwaldhaus das bisher aufwendigste Schönbrunner Bauvorhaben eröffnet. Auch neue Gehege für Japanische seraus, Brillen- und Nasenbären am Hang des Glorietteberges sowie eine neue Löwenanlage gehen in Betrieb. Als Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zeigt der Tiergarten in Zusammenarbeit mit dem Wiener Naturhistorischen Museum von Mai bis Oktober die Sonderausstellung „Menagerie des Kaisers – Zoo der Wiener. 250 Jahre Tiergarten Schönbrunn“ und bittet am 30. und 31. Juli alle Besucher zu einem großen Geburtstagsfest. Auch ein gleichnamiges Jubiläumsbuch erscheint. Die Münze Österreich widmet dem Tiergarten Schönbrunn eine 5 Euro-Silbermünze und die Österreichische Staatsdruckerei einen Sonder-Briefmarkenblock mit Tiermotiven. Bereits zu Ostern findet die Jungfernfahrt des „Schönbrunners“ statt, eines Panoramazuges, mit dem die Besucher seither täglich durch Schlosspark und Tiergarten fahren können.
2003
Als zweiter europäischer Zoo neben Berlin erhält der Tiergarten Schönbrunn von der Volksrepublik China ein Paar Große Pandas. Sie dürfen vorläufig für 10 Jahre in Schönbrunn bleiben. Die Schönbrunner Tiergarten GmbH wird mit der Führung der Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebs GmbH beauftragt. In der Folge werden bei den östlich von Wien gelegenen Schlössern Hof und Niederweiden Gehege eingerichtet, in denen alte Haustierrassen (Schwerpunkt altösterreichische Pferderassen) und ehemals in Mitteleuropa beheimatete Großsäugetiere gepflegt werden. Gegenüber dem Palmenhaus wird im Schönbrunner Schlosspark das ehemalige „Sonnenuhrhaus“, ein weiteres historisches Gewächshaus, zusammen mit der Verwaltung der Österreichischen Bundesgärten als „Wüstenhaus“ betrieben. 2004Im Mai wird das modernisierte und mit umweltfreundlicher Klimatechnik ausgestattete Polarium wiedereröffnet. Die neu gegründete "Tiergarten Schönbrunn Gastronomie GmbH" übernimmt die Bewirtschaftung des Kaiserpavillons sowie nach Ablauf der entsprechenden Pachtverträge weiterer Gastronomie-Einrichtungen im Tiergarten. Neben der Einführung zahlreicher neuer Informations- und Unterhaltungsangebote für große und kleine Besucher wird auch das 10-jährige Bestehen des neuen Tirolerhofes gefeiert.
2004
Im Mai wird das modernisierte und mit umweltfreundlicher Klimatechnik ausgestattete Polarium wiedereröffnet. Die neu gegründete „Tiergarten Schönbrunn Gastronomie GmbH" übernimmt die Bewirtschaftung des Kaiserpavillons sowie nach Ablauf der entsprechenden Pachtverträge weitere Gastronomie-Einrichtungen im Tiergarten.
2005
Das inzwischen auch für Sonderausstellungen aus der Tier- und Pflanzenwelt genützte Wüstenhaus erhält eine begehbare Außenanlage. Im Oktober wird im ehemaligen Sumpf- und Stelzvogelhaus im Ausbaubereich (entstanden 1960) das von Dr. Anton Schindler finanzierte und seiner verstorbenen Frau, einer großen Natur- und Tierliebhaberin gewidmete Valerie H. Schindler-Insektarium eröffnet. Es zeigt einen Ausschnitt aus der Welt der Gliederfüßer mit dem Schwerpunkt Heuschrecken und wird deshalb auch „Haus der Schrecken" genannt. Mit Geldern aus dem Wirtschaftsministerium und von der Stadt Wien sowie mit Unterstützung des „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn" kann mit dem Umbau der ehemaligen Filmstudios an der Maxingstraße ein neues Großprojekt begonnen werden
2006
In Schönbrunn ziehen im März erstmals seit 1894 wieder Panzernashörner ein. Die beiden aus Nepal stammenden Tiere, der Bulle „Jange" und die Kuh „Sundari", bewohnen zusammen mit Axishirschen, Hirschziegen- und Nilgauantilopen ein großzügiges neues Gehege im Osten des Tiergartens. Im Juni wird die umgebaute Afrika-Anlage im historischen Kernbereich südlich des Pavillons in Betrieb genommen. Mit Jahresende tritt der erfolgreiche und allgemein beliebte Direktor Vet.-Rat Prof. Dr. Helmut Pechlaner in den Ruhestand. Er leitete die Geschicke des Tiergartens seit 1992. Sein Ziel war es stets, alle Anforderungen und Erwartungen an einen modernen Zoo unter Wahrung des historischen Umfeldes im Weltkulturerbe Schönbrunn zusammenzuführen und zu erfüllen.
2007
Mit 1. Jänner übernimmt Dr. Dagmar Schratter, die schon seit 1993 als Kuratorin und stellvertretende Direktorin im Tiergarten Schönbrunn gearbeitet hat, die Geschäftsführung der Schönbrunner Tiergarten GmbH. In der Folge wird der bestehende Masterplan zur weiteren Ausgestaltung und Modernisierung des ältesten Zoos der Welt überarbeitet und erweitert. Im August feiert der „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn" sein 15-jähriges Bestandsjubiläum. Der Tiergarten Schönbrunn übernimmt das Zuchtbuch der Afrikanischen Elefanten und das neu gegründete Zuchtbuch der japanischen Seraus. Höhepunkt des Jahres ist die Geburt des ersten auf natürlichem Weg gezeugten Panda-Babys (und zweiten Panda-Babys überhaupt) in Europa am 23. August. Der neue Mitbewohner erobert, nicht zuletzt Dank der tatkräftigen Unterstützung der Medien, die Herzen aller Besucher und Tiergarten-Freunde und erhält im Dezember in einem großen Festakt den Namen „Fu Long" (= „Glücklicher Drache"). Mehrere Monate lang dokumentiert die jeweils Samstagnachmittag ausgestrahlte ORF-Sendereihe „Panda-TV. Geschichten aus dem Tiergarten Schönbrunn" die Entwicklung des kleinen Schützlings auch für die Fernseh-Zuschauer.
2008
Um den Zustrom zu Fu Long, der Ende Jänner erstmals seine Wurfbox verlässt, in geordneten Bahnen zu halten, werden zum ersten Mal seit der Ankunft der ersten Giraffe in Wien im Jahr 1828 Sicherheitskräfte eingesetzt. Sie sorgen für eine „Blockabfertigung" vor dem Pandahaus und kümmern sich um die Einhaltung der zum Schutz Fu Longs erlassenen Sicherheitsvorschriften. Mit der Eröffnung des Heimtierparks und des ersten Teils des Naturerlebniswegs, „Am Wasser", werden zwei neue Bauprojekte fertiggestellt. Im Sommer werden zum zweiten Mal die „Artenschutztage" abgehalten, in deren Rahmen auch das Jubiläum „180 Jahre erste Giraffe in Schönbrunn" gefeiert wird. Anfang des Jahres erscheint das Buch „Wildnis Zoo" des prämierten Naturfotografen Daniel Zupanc mit Texten der Kuratorin für Forschung und Artenschutz, Regina Pfistermüller, das von einer gleichnamigen Fotoausstellung im Wiener Naturhistorischen Museum und später auch im Tiergarten begleitet wird. Fu Long und zahlreiche weitere attraktive Jungtiere wie Eisbären, Löwen und Tiger bescheren dem Tiergarten Schönbrunn bis Jahresende mit 2,6 Millionen Gästen einen neuen Besucherrekord.
2009
Im Mai wird die neue „Tiergarten Orang.erie" eröffnet. Das im Biedermeier als Gewächshaus errichtete und nun revitalisierte Gebäude sollte bereits vor mehr als 100 Jahren Teil des Tiergartens werden. Es beherbergt ein großzügiges Orang-Utan-Gehege, einen Veranstaltungssaal, Büroräume und das Archiv des Tiergartens sowie das Café Atelier Nonja. Am Hang des Glorietteberges wird der zweite Teil des Naturerlebniswegs, „Im Wald", für die Besucher freigegeben. Im Frühjahr wird der Tiergarten Schönbrunn von Anthony Sheridan, einem Londoner Unternehmer und Vorstandsmitglied der Zoological Society of London, als bester von insgesamt 60 großen europäischen Zoos ausgezeichnet. Die früher als Malerin bekannt gewordene Orang-Utan Dame „Nonja" erhält bald nach ihrer Übersiedlung in das neue Gehege eine Digitalkamera mit Internet-Anschluss und wird zu einem Star auf Facebook. Im Herbst müssen sich Mitarbeiter und Besucher schweren Herzens von Fu Long verabschieden, der mehr als zwei Jahre nach seiner Geburt an China, den Leihgeber der beiden Elterntiere, übergeben wird.
