Kleine Kaulquappen auf großer Mission

2. Juli 2026

Vom „Frosch-Kindergarten“ im Tiergarten zurück nach Kärnten: Rund 8.000 Moorfrosch-Kaulquappen sind nach einem kurzen, aber wichtigen Aufenthalt im Tiergarten Schönbrunn wieder in ihre Heimat übersiedelt. Dort sollen sie dazu beitragen, die Bestände des in Österreich gefährdeten Moorfroschs zu stärken. „Im Frühjahr brachten wir mit den erforderlichen Genehmigungen Moorfrosch-Laich aus Kärnten in den Tiergarten. Die geschlüpften Kaulquappen konnten wir hier rund zehn Wochen unter optimalen Bedingungen aufziehen. In ihrem natürlichen Lebensraum laufen Laichgewässer immer wieder Gefahr, auszutrocknen. Außerdem lauern dort zahlreiche Fressfeinde“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Sobald den Kaulquappen die Hinterbeine wuchsen, hieß es: Zeit für die Rückkehr nach Kärnten. Dort erhielten sie noch eine weitere Starthilfe. Spezielle schwimmende Netzkäfige schützen die jungen Moorfrösche, bis sie diese selbstständig verlassen und endgültig den Sprung an Land wagen.

Moorfrösche bieten eines der spektakulärsten Naturschauspiele, das Amphibienfans in Österreich erleben können. Die Männchen färben sich zur Paarungszeit himmelblau. Doch leider gab es in Österreich große Einbrüche der Moorfroschpopulationen. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume macht den Amphibien vor allem der Klimawandel zu schaffen. Dieser führt dazu, dass Laichgewässer frühzeitig austrocknen. „Dank des großen Einsatzes unseres Pflegeteams konnten wir rund 8.000 Kaulquappen erfolgreich aufziehen. Mit der Wiederansiedlung wollen wir die bestehende Population stärken und dem Rückgang der Art entgegenwirken“, so Dr. Doris Preininger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Tiergarten Schönbrunn. Die Aufzucht und Wiederansiedlung ist Teil des Biodiversitätsfonds-Projekts „Vernässen und Vertiefen“. Gemeinsam mit den Amphibienexperten Dr. Marc Sztatecsny und Dr. Florian Glaser sowie der ARGE Naturschutz arbeitet der Tiergarten Schönbrunn daran, Moorfroschbestände in Kärnten langfristig zu sichern und ihre Lebensräume ökologisch aufzuwerten. Diese Initiative setzt erstmals für Amphibien in Österreich den „One Plan Approach“ um, der Artenschutz außerhalb und innerhalb natürlicher Lebensräume verknüpft.

Gefördert wird das Projekt durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.