Forschungsprojekte

Der Tiergarten Schönbrunn ist Schauplatz für eine breite Palette an Forschungsarbeiten, die in Kooperation mit verschiedenen Universitäten und Instituten durchgeführt werden. Diese umfassen Tierhaltung, Verhalten, Kognitionsforschung, Tiermedizin und Conservation Medicine - tiermedizinische Studien, die zur Erhaltung einer Tierart dienen, sowie Reproduktion, Physiologie und Ernährung. Zusätzlich bietet der Tiergarten Schönbrunn als ältester Zoo der Welt ein breites Betätigungsfeld für Zoo-Geschichte. Auch für sozialwissenschaftliche Forschung ist der Tiergarten mit seinen mehr als zwei Millionen Besuchern pro Jahr interessant.

Neben Beobachtungsdaten können nach Einhaltung der gesetzlichen und tierhygienischen Bestimmungen Gewebe- und Blutproben, Eier, Federn, Fell und Haare aus dem Wildtierbestand des Tiergartens der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Eine wichtige Ressource stellen Aufzeichnungen zur Lebensgeschichte einzelner Tiere dar. Diese werden im ZIMS (Zoological Information Management System) erfasst. ZIMS wird durch Species360, einer gemeinnützigen Organisation, betrieben und generiert Informationen aus fast 1.200 Mitgliedsinstitutionen. Seit 1992 hat der Tiergarten Schönbrunn Daten von 10.057 verschiedenen Vögeln, Reptilien, Amphibien und Säugetieren aus 677 Arten registriert und damit wichtige Informationen zu diesen Tierarten zur Verfügung gestellt.

Bevorzugt durchgeführt, und zum Teil aus Eigenmittel finanziert, werden Forschungsarbeiten mit hohem Dringlichkeitsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Gefährdungsgrad der Tierart, sowie aus notwendigen Haltungsverbesserungen. Dabei spielen die Empfehlungen der verantwortlichen Taxon Advisory Groups (TAGs) eine wichtige Rolle. Ein besonderer Fokus wird auch auf die heimische Tierwelt gelegt.

Zur Finanzierung seiner Forschungsarbeiten ist der Tiergarten weitgehend auf externe Förderungen angewiesen, die zum einen aus wissenschaftlichen Förderfonds gewährt wird (FWF, ÖNB, BMWF), zum anderen von Firmensponsoren (Österreichische Lotterien).

Forschungsprojekt Elefanten

Christopher Gorofsky hat eine Aufgabe, um die ihn sicher viele beneiden: Der 24-jährige Student steht den ganzen Tag bei der Elefantenanlage im Tiergarten Schönbrunn und belauscht mit einem Spezialgerät Elefantenweibchen Numbi und sein Jungtier Kibali, das am 13. Juli 2019 im Tiergarten geboren wurde. Dabei sammelt er Daten für seine Masterarbeit zum Thema „Frühe Mutter-Kind-Kommunikation bei Afrikanischen Elefanten im Zoo“. Mehr Informationen

Forschungsprojekt Winkerfrosch

Zusätzlich zum typischen Quaken kommunizieren Winkerfrösche durch visuelle Signale. Das auffällige Beinwinken, bei dem Rivalen kurz die hellgefärbten Füße präsentiert werden, gilt als innerartliches Kommunikationssignal. Der Tiergarten Schönbrunn betreibt seit 2008 ein Zucht- und Wissenschaftprojekt mit zwei Winkerfroscharten. In diesem Langzeitprojekt werden Physiologie und Evolution der Signale sowie die multimodale Kommunikation der Frösche untersucht. Mehr Informationen

Forschungsprojekt Bsal

Die Pilzkrankheit Chytridiomykose stellt für Amphibien - auch für heimische Arten - eine ernstzunehmende Bedrohung dar. In Europa wird die Krankheit von zwei Pilzen verursacht: Batrachochytrium dendrobatidis (Bd) und der erst kürzlich entdeckten nahverwandten Art Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal). Dort, wo der Bsal-Pilz auftritt, führt er innerhalb kürzester Zeit zu starken Bestandsrückgängen der Salamander. Mehr Informationen

Forschungsprojekt Panda-Zwillinge

Die Aufzucht der Panda-Zwillinge Fu Feng und Fu Ban war eine weltweite Sensation. Yang Yang war das erste Panda-Weibchen in Menschenobhut, das Zwillinge ohne menschliche Hilfe großzog. Dass Yang Yang eine "Super-Mama" ist, wurde durch eine Forschungsarbeit des Tiergartens auch wissenschaftlich bestätigt. Dank Aufnahmen der Wurfbox-Kamera konnte untersucht werden, wie Yang Yang die Zwillingsaufzucht zeitlich bewerkstelligt hat. Mehr Informationen