Forschungsprojekt Riesenqualle

Ihr Schirm hat einen Durchmesser von ca. 60 Zentimetern, ihre schwarzen Mundarme werden über zwei Meter lang: Die Riesenqualle Rhizostoma luteum wurde 1827 im westlichen Mittelmeer entdeckt, war allerdings so selten, dass ihre Existenz lange bezweifelt wurde. Gewissheit herrscht erst, seit mehrfach Riesenquallen an den Stränden Marokkos und Spaniens angespült wurden.

Die Meeresbiologin Karen Kienberger von Jellyfish Research South Spain hat für ihre Forschung ein Tier gefangen. Als sie im Labor entdeckte, dass die Qualle geschlechtsreif war, übergab sie dem Tiergarten mehrere Planula-Larven. Über die Qualle war fast nichts bekannt und die Nachzucht eine Herausforderung. Trotzdem gelang die weltweit erste Nachzucht. Seither werden Wachstum und Entwicklung dieses faszinierenden Nesseltiers detailliert untersucht.

Zielsetzung

Die mangelhafte Datenlage zur Biologie von Rhizostoma luteum soll deutlich verbessert werden. In weiterer Folge soll auch die mögliche Auswirkung des Klimawandels auf die Vermehrung der Quallen in der Wildbahn untersucht werden.

Relevanz

Neben der wichtigen Grundlagenforschung ist die Erforschung von Quallen brandaktuell. Denn die Frage nach künftigen massenhaften Quallenvorkommen in erwärmten Meeren beschäftigt Experten weltweit.

Methode

Im Keller des Aquarienhauses wurde ein kleines Labor eingerichtet, wo untersucht wird, wie sich unterschiedliche Temperaturen und Salzgehalte auf die Entwicklung der Riesenquallen auswirken. Mithilfe von Taschenlampe, Lupe und Mikroskop wird das Wachstum der anfangs weniger als einen Millimeter großen Polypen dokumentiert. Der Tiergarten hat die ersten Fotos der Riesenqualle in allen Entwicklungsstadien machen können und wichtige Daten gesammelt, die an Kienberger zur weiteren Forschung übermittelt wurden.