Geschichte

1452

Im Stadtgraben von Wien wird der erste „Tiergarten“ eingerichtet (bis 1462).

1542

Auf der Wiener Burgbastei besteht eine kleine Tierhaltung (bis 1574).

1552

Zum ersten Mal ist in Wien ein Elefant zu sehen. Er wird in der im selben Jahr fertig gestellten Menagerie von Schloss Ebersdorf bei Wien (bis 1607) untergebracht.

1564

Auch auf dem Gelände von Schloss Neugebäude (heute Wien-Simmering) wird eine Menagerie errichtet. Ein Teil der Tiere aus Ebersdorf wird dorthin übersiedelt.

1569

Kaiser Maximilian II. kauft die Katterburg, den Vorgängerbau des heutigen Schlosses Schönbrunn. Ein Jahr später wird auf dem weitläufigen Areal ein Jagd-Tiergarten eingerichtet.

1642

Der Name „Schönbrunn“ ist erstmals urkundlich nachweisbar.

1716

Prinz Eugen gründet eine Menagerie im Park von Schloss Belvedere, die nach seinem Tod zusammen mit dem übrigen Besitz vom Kaiserhaus gekauft wird (1737).

1752

Am 31. Juli ist erstmals ein Besuch von Kaiser Franz I. Stephan mit Gästen in der schon fast fertig gestellten Menagerie im Schlosspark von Schönbrunn belegt. Dieser Tag gilt deshalb als "Geburtstag" des Tiergarten Schönbrunn.

1759

Als letzter Bauteil der Menagerie wird der Zentralpavillon fertig gestellt. Er dient dem Kaiserpaar und seinen Gästen als Frühstücks- und Gesellschaftsraum.

1770

In Schönbrunn zieht der erste Elefant ein (ein Indischer Elefant).

1778

Die Menagerie wird zusammen mit Schloss und Park bei freiem Eintritt für die Bevölkerung geöffnet. Sie ist vorerst nur an Sonntagen und für „anständig gekleidete Personen“ zugänglich.

1781

Aus der aufgelassenen Menagerie im Schloss Neugebäude ziehen mit Wölfen und Bären erstmals „Raubtiere“ in Schönbrunn ein.

1799

Vom italienischen Menagerie-Besitzer Albi (Alpi) werden zahlreiche Großtiere angekauft, darunter ein Paar Indischer Elefanten sowie die ersten Eisbären, Großkatzen und Hyänen.

1803

Erzherzog Johann, ein Bruder von Kaiser Franz II./I., errichtet auf dem im Süden an die Menagerie grenzenden Berghang ein bewirtschaftetes Bauernhaus im Tiroler Stil, das bald als "Tirolerhof" bezeichnet wird.

1828

Die erste Giraffe erregt bei den Wienern großes Aufsehen. Das Tierhaus muss für die Unterbringung des „hohen Gastes“ vergrößert und adaptiert werden. Zahlreiche modische Accessoires mit Giraffen-Motiven sorgen für Entzückung in der Damenwelt. Ein Theaterstück und zwei Kompositionen "à la Giraffe" entstehen. Bis heute hat sich das Rezept der damals entstandenen „Giraffentorte“ erhalten.

1841

Ein neu eingerichtetes Affenhaus, dem wenige Jahre später ein großer, achteckiger Sprungturm angebaut wird (bis 1907), wird zu einer Attraktion für die Besucher.

1848

Die Menagerie übersteht die Revolutionsereignisse einschließlich der Beschießung Wiens durch die kaiserliche Artillerie unbeschadet.

1858

In Schönbrunn wird erstmals eine Giraffe geboren.

1865

Die "Inspektion der Menagerie Schönbrunn" wird von der gemeinsamen Verwaltung mit den Hofgärten gelöst und eine selbstständige "Administration" des kaiserlichen Hofes unter der Zuständigkeit des Obersthofmeisteramtes.

1884

Unter Alois Kraus (Direktor 1879-1919) beginnt eine groß angelegte Modernisierung der Anlage. Dabei werden auch die fast vier Meter hohen Trennmauern zwischen den einzelnen Tierabteilungen („Logen“) durch Gitter ersetzt und weite Teile der Umfassungsmauer abgetragen. Die Besucher erhalten bessere Zugangsmöglichkeiten, und die technische Infrastruktur wird verbessert. Alois Kraus erreicht auch erste kleine Gebietserweiterungen für den Tiergarten.

1906

Am 14. Juli erfolgt in Schönbrunn die weltweit erste Geburt eines in einem zoologischen Garten gezeugten Elefanten.

1914

Schönbrunn zählt mit nahezu 3500 Tieren in 717 Arten zu den schönsten und größten Zoos der Welt.

1921

Nachdem nur knapp vierhundert Tiere den Ersten Weltkrieg und die anschließenden Versorgungsengpässe überlebt haben, wird der Tiergarten dem „Ministerium für Handel und Wirtschaft, Industrie und Bauten“ unterstellt und als Staatsbetrieb weitergeführt. Die Wiener fördern im Rahmen einer Hilfsaktion und durch zahlreiche Tier- und Sachspenden den Fortbestand des Tiergartens. Am Tirolerhof wird ein Restaurant eröffnet, das durch einen neu angelegten Weg mit dem Tiergarten verbunden ist.

1926

Die großen Greifvogel-Volieren am heutigen Affenteich (damals Ententeich), ein europaweit vorbildhaftes Bauwerk, werden unter Direktor Otto Antonius (1925-1945) fertiggestellt. Im September erfolgt anlässlich der erstmals in Wien stattfindenden Konferenz der Direktoren mitteleuropäischer zoologischer Gärten die offizielle Namensänderung von „Menagerie“ auf „Tiergarten“.

1936

Der Tiergarten erhält große Teile des im Osten angrenzenden ehemaligen Kleinen Fasangartens als Ausbaufläche. Die Verbauung des Areals und die Modernisierungsvorhaben im historischen Teil werden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Im Pavillon ist seit 1934 eine Dioramenschau über die eiszeitliche Tierwelt Österreichs zu sehen.

1945

Der Tiergarten Schönbrunn wird von zahlreichen Fliegerbomben getroffen. Viele Tierhäuser werden zerstört oder schwer beschädigt. Mehr als tausend Tiere sterben. Nach Kriegsende helfen die sowjetischen und später die britischen Besatzungstruppen beim Wiederaufbau. Der neue Direktor Julius Brachetka intensiviert die schon unter Otto Antonius begonnene Zusammenarbeit mit den Medien. Mit Plakat-Aktionen und Fotowettbewerben werden die Besucher wieder für den Tiergarten begeistert.

1949

Im Zentralpavillon wird ein Café-Restaurant eingerichtet.

1952

Anlässlich des 200-jährigen Gründungsjubiläums des Tiergartens wird im Schloss Schönbrunn eine historische Sonderausstellung gezeigt. In den Folgejahren entstehen nach einem Bebauungsplan des Architekten Prof. Michel Engelhart im historischen Bereich eine Reihe neuer Gehege, deren Baustil dem vorhandenen barocken Ambiente angepasst wird. Auch der Ausbaubereich zwischen Affenhaus und Eingang Neptunbrunnen wird in den nächsten 20 Jahren neu bebaut.

1953

Um das ständige Problem des unsachgemäßen Fütterns der Tiere durch die Besucher in den Griff zu bekommen, werden kleine, auf einzelne Tierarten abgestimmte Futtersäckchen verkauft. Ein neuer, leistungsfähigerer Wirtschaftshof soll auch im Tiergarten selbst eine bessere Versorgung der Tiere gewährleisten.

1959

Im historischen Bereich wird an der Stelle des durch Bomben beschädigten ehemaligen Straußen- und Reptilienhauses, in dem von 1923-1945 ein Restaurant eingerichtet war, ein neues Aquarien- und Terrarienhaus eröffnet. Es zählt zu den modernsten der Welt.

1961

In Schönbrunn erfolgt die weltweit erste Nachzucht des europäischen Seeadlers.

1969

Der neue Kinderzoo wird seiner Bestimmung übergeben.

1977

Gründung der Zoopädagogischen Abteilung, die zu den ersten Europas gehört.

1987

Trotz bedeutender Zuchterfolge erreicht die Kritik wegen unzeitgemäßer Tierhaltung in veralteten Gehegen ihren Höhepunkt. Auch die Besucherzahlen sind rückläufig. Ähnlich wie schon nach dem Ersten Weltkrieg werden deshalb Projekte für eine Verlegung oder Schließung des Tiergartens diskutiert.

1991

Der Tiergarten wird als Schönbrunner Tiergarten-Gesellschaft m.b.H. aus der Bundesverwaltung ausgegliedert, bleibt aber zu 100 % im Eigentum der Republik Österreich. Das Schönbrunner Tiergartengesetz wurde am 2. August 1991 veröffentlicht, am 13. Dezember schließlich der Gesellschaftsvertrag unterzeichnet.

1992

Helmut Pechlaner tritt als allein verantwortlicher Geschäftsführer mit 1.1.1992 seinen Dienst an. Der „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn“ entsteht. Er wird bald zum unermüdlichen und unentbehrlichen Helfer bei der Verwirklichung vieler Projekte. Auch zahlreiche Spender, Sponsoren und Tierpaten helfen mit, aus Schönbrunn wieder einen modernen und blühenden Tiergarten zu machen.

1993

Dem Tiergarten Schönbrunn wird das im Süden angrenzende Areal des Tirolergartens zur sanften Nutzung übertragen. Da der Baumbestand erhalten bleiben muss, dürfen hier keine Gehege errichtet werden, bei denen Gelände oder Bepflanzung verändert werden.

1994

An der Stelle der inzwischen verfallenen Gebäude wird im Tirolergarten der 1722 erbaute, denkmalgeschützte „Haidachhof“ aus dem Tiroler Brandenbergtal neu aufgebaut. Hier werden nun gefährdete heimische Haustierrassen gepflegt und gezüchtet. Im historischen Teil wird eine neue Großkatzenanlage eröffnet, die den Tieren endlich genug Auslauf ermöglicht. Für die Besucher wird im Inneren der Anlage ein kleiner Kinosaal eingerichtet.

1996

Der neue Elefantenpark wird seiner Bestimmung übergeben. Das ehemalige Elefantengehege wird in der Folge von Mandrills und Meerkatzen bewohnt. Im Affenhaus erhalten die  Orang-Utans durch einen Anbau erstmals einen adäquaten Außenbereich, in dem sie auch Sonne und Regen erleben können. Im Dezember wird die Gesamtanlage von Schönbrunn in das  UNESCO- Weltkulturerbe aufgenommen.

1997

Im Tirolergarten wird ein neuer Gasthof errichtet, der sich architektonisch an dem von  Erzherzog Johann errichteten Bauernhaus orientiert.

1998

Die Deckenfresken des Kaiserpavillons werden renoviert. Im Kleinvogelhaus werden zwei für Besucher begehbare Freiflughallen eingerichtet. Die benachbarten ehemaligen Greifvogel-Volieren werden als Gehege für die Erhaltungszucht von Waldrappen und Keas umgewidmet. Der Tiergarten zeigt in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn die Ausstellung "Vier Millionen Jahre Mensch".

1999

Die „Wild Republic“ Souvenir-Shops ziehen in den Tiergarten ein. Als erste "Tochter" der Schönbrunner Tiergarten GmbH entsteht die "Tierärztliche Ordination Tiergarten Schönbrunn". Sie hat ihren Sitz in der ehemaligen Kammermeierei von Kaiserin Elisabeth südlich des Tirolergartens und steht auch Privatpersonen für ihre Haustiere offen.

2000

Das generalsanierte Aquarien- und Terrarienhaus wird in Betrieb genommen. Es kann nun wieder mit einer zeitgemäßen Haustechnik und neuen Attraktionen wie einem großen Riffbecken oder einem Amazonas-Tunnel aufwarten. Auch Backstage-Führungen durch die normalerweise nicht zugänglichen Bereiche des Hauses sind nun möglich.

2001

In der umgebauten und erweiterten Flusspferdanlage erhalten die Flusspferde im ehemaligen Besucherbereich vor dem Haus einen großzügigen Auslauf und im Inneren des Hauses ein Badebecken mit einer leistungsfähigen Filteranlage. An Stelle der von 1910 stammenden alten Bergwiederkäueranlage am Hang des Glorietteberges werden neue Gehege für Humboldtpinguine eröffnet.

2002

Der Tiergarten Schönbrunn feiert sein 250jähriges Bestandsjubiläum. Im März ziehen erstmals Koalas in Wien ein. Im Juli wird mit dem „Jubiläumsprojekt“ Regenwaldhaus das bisher aufwendigste Schönbrunner Bauvorhaben eröffnet. Auch neue Gehege für Japanische Seraus, Brillen- und Nasenbären am Hang des Glorietteberges sowie eine neue Löwenanlage gehen in Betrieb. Als Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zeigt der Tiergarten in Zusammenarbeit mit dem Wiener Naturhistorischen Museum von Mai bis Oktober die Sonderausstellung „Menagerie des Kaisers – Zoo der Wiener. 250 Jahre Tiergarten Schönbrunn“ und bittet am 30. und 31. Juli alle Besucher zu einem großen Geburtstagsfest. Auch ein gleichnamiges Jubiläumsbuch erscheint. Die Münze Österreich widmet dem Tiergarten Schönbrunn eine 5 Euro-Silbermünze und die Österreichische Staatsdruckerei einen Sonder-Briefmarkenblock mit Tiermotiven. Bereits zu Ostern findet die Jungfernfahrt des „Schönbrunners“ statt, eines Panoramazuges, mit dem die Besucher seither täglich durch Schlosspark und Tiergarten fahren können.

2003

Als zweiter europäischer Zoo neben Berlin erhält der Tiergarten Schönbrunn von der Volksrepublik China ein Paar Große Pandas. Sie dürfen vorläufig für 10 Jahre in Schönbrunn bleiben. Die Schönbrunner Tiergarten GmbH wird mit der Führung der Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebs GmbH beauftragt. In der Folge werden bei den östlich von Wien gelegenen Schlössern Hof und Niederweiden Gehege eingerichtet, in denen alte Haustierrassen (Schwerpunkt altösterreichische Pferderassen) und ehemals in Mitteleuropa beheimatete Großsäugetiere gepflegt werden. Gegenüber dem Palmenhaus wird im Schönbrunner Schlosspark das ehemalige „Sonnenuhrhaus“, ein weiteres historisches Gewächshaus, zusammen mit der Verwaltung der Österreichischen Bundesgärten als „Wüstenhaus“ betrieben.

2004

Im Mai wird das modernisierte und mit umweltfreundlicher Klimatechnik ausgestattete Polarium wiedereröffnet. Die neu gegründete „Tiergarten Schönbrunn Gastronomie GmbH" übernimmt die Bewirtschaftung des Kaiserpavillons sowie nach Ablauf der entsprechenden Pachtverträge weitere Gastronomie-Einrichtungen im Tiergarten.

2005

Das inzwischen auch für Sonderausstellungen aus der Tier- und Pflanzenwelt genützte Wüstenhaus erhält eine begehbare Außenanlage. Im Oktober wird im ehemaligen Sumpf- und Stelzvogelhaus im Ausbaubereich (entstanden 1960) das von Dr. Anton Schindler finanzierte und seiner verstorbenen Frau, einer großen Natur- und Tierliebhaberin gewidmete Valerie H. Schindler-Insektarium eröffnet. Es zeigt einen Ausschnitt aus der Welt der Gliederfüßer mit dem Schwerpunkt Heuschrecken und wird deshalb auch „Haus der Schrecken" genannt. Mit Geldern aus dem Wirtschaftsministerium und von der Stadt Wien sowie mit Unterstützung des „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn" kann mit dem Umbau der ehemaligen Filmstudios an der Maxingstraße ein neues Großprojekt begonnen werden

2006

In Schönbrunn ziehen im März erstmals seit 1894 wieder Panzernashörner ein. Die beiden aus Nepal stammenden Tiere, der Bulle „Jange" und die Kuh „Sundari", bewohnen zusammen mit Axishirschen, Hirschziegen- und Nilgauantilopen ein großzügiges neues Gehege im Osten des Tiergartens. Im Juni wird die umgebaute Afrika-Anlage im historischen Kernbereich südlich des Pavillons in Betrieb genommen. Mit Jahresende tritt der erfolgreiche und allgemein beliebte Direktor Vet.-Rat Prof. Dr. Helmut Pechlaner in den Ruhestand. Er leitete die Geschicke des Tiergartens seit 1992. Sein Ziel war es stets, alle Anforderungen und Erwartungen an einen modernen Zoo unter Wahrung des historischen Umfeldes im Weltkulturerbe Schönbrunn zusammenzuführen und zu erfüllen.

2007

Mit 1. Jänner übernimmt Dr. Dagmar Schratter, die schon seit 1993 als Kuratorin und stellvertretende Direktorin im Tiergarten Schönbrunn gearbeitet hat, die Geschäftsführung der Schönbrunner Tiergarten GmbH. In der Folge wird der bestehende Masterplan zur weiteren Ausgestaltung und Modernisierung des ältesten Zoos der Welt überarbeitet und erweitert. Im August feiert der „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn" sein 15-jähriges Bestandsjubiläum. Der Tiergarten Schönbrunn übernimmt das Zuchtbuch der Afrikanischen Elefanten und das neu gegründete Zuchtbuch der japanischen Seraus. Höhepunkt des Jahres ist die Geburt des ersten auf natürlichem Weg gezeugten Panda-Babys (und zweiten Panda-Babys überhaupt) in Europa am 23. August. Der neue Mitbewohner erobert, nicht zuletzt Dank der tatkräftigen Unterstützung der Medien, die Herzen aller Besucher und Tiergarten-Freunde und erhält im Dezember in einem großen Festakt den Namen „Fu Long" (= „Glücklicher Drache"). Mehrere Monate lang dokumentiert die jeweils Samstagnachmittag ausgestrahlte ORF-Sendereihe „Panda-TV. Geschichten aus dem Tiergarten Schönbrunn" die Entwicklung des kleinen Schützlings auch für die Fernseh-Zuschauer.

2008

Um den Zustrom zu Fu Long, der Ende Jänner erstmals seine Wurfbox verlässt, in geordneten Bahnen zu halten, werden zum ersten Mal seit der Ankunft der ersten Giraffe in Wien im Jahr 1828 Sicherheitskräfte eingesetzt. Sie sorgen für eine „Blockabfertigung" vor dem Pandahaus und kümmern sich um die Einhaltung der zum Schutz Fu Longs erlassenen Sicherheitsvorschriften. Mit der Eröffnung des Heimtierparks und des ersten Teils des Naturerlebniswegs, „Am Wasser", werden zwei neue Bauprojekte fertiggestellt. Im Sommer werden zum zweiten Mal die „Artenschutztage" abgehalten, in deren Rahmen auch das Jubiläum „180 Jahre erste Giraffe in Schönbrunn" gefeiert wird. Anfang des Jahres erscheint das Buch „Wildnis Zoo" des prämierten Naturfotografen Daniel Zupanc mit Texten der Kuratorin für Forschung und Artenschutz, Regina Pfistermüller, das von einer gleichnamigen Fotoausstellung im Wiener Naturhistorischen Museum und später auch im Tiergarten begleitet wird.  Fu Long und zahlreiche weitere attraktive Jungtiere wie Eisbären, Löwen und Tiger bescheren dem Tiergarten Schönbrunn bis Jahresende mit 2,6 Millionen Gästen einen neuen Besucherrekord.

2009

Im Mai wird die neue „Tiergarten Orang.erie" eröffnet. Das im Biedermeier als Gewächshaus errichtete und nun revitalisierte Gebäude sollte bereits vor mehr als 100 Jahren Teil des Tiergartens werden. Es beherbergt ein großzügiges Orang-Utan-Gehege, einen Veranstaltungssaal, Büroräume und das Archiv des Tiergartens sowie das Café Atelier Nonja. Am Hang des Glorietteberges wird der zweite Teil des Naturerlebniswegs, „Im Wald", für die Besucher freigegeben. Im Frühjahr wird der Tiergarten Schönbrunn von Anthony Sheridan, einem Londoner Unternehmer und Vorstandsmitglied der Zoological Society of London, als bester von insgesamt 60 großen europäischen Zoos ausgezeichnet. Die früher als Malerin bekannt gewordene Orang-Utan Dame „Nonja" erhält bald nach ihrer Übersiedlung in das neue Gehege eine Digitalkamera mit Internet-Anschluss und wird zu einem Star auf Facebook. Im Herbst müssen sich Mitarbeiter und Besucher schweren Herzens von Fu Long verabschieden, der mehr als zwei Jahre nach seiner Geburt an China, den Leihgeber der beiden Elterntiere, übergeben wird.

2010

Im Juni kann die großzügige neue Südamerikaanlage ihrer Bestimmung übergeben werden. Sie wird von Wasserschweinen, Flachlandtapiren, Großen Ameisenbären, Vikunjas, Seriemas und Nandus bewohnt. Eine im Regenwaldhaus entdeckte neue Schneckenart wird nach dem Kurator des Hauses, Harald Schwammer, „Schwammeria" genannt. Das Jahr bereitet dem Tiergarten Schönbrunn einen reichen Kindersegen: neben zwei Jungtieren der fast vollständig verschwundenen asiatischen Batagur-Schildkröte (derzeit sind nur mehr 20 Tiere bekannt, davon sechs im Tiergarten Schönbrunn) und den ersten Beulenkrokodilen in der Geschichte des Tiergartens kommen auch einige Publikumslieblinge zur Welt wie „Tuluba", das erste Afrikanische Elefantenbaby seit sieben Jahren, der zweite, erneut auf natürlichem Weg gezeugte kleine Große Panda, der nach einer Internet-Abstimmung auf den Namen „Fu Hu" (glücklicher Tiger) getauft wird, oder ein Zweifingerfaultier. Am Glorietteberg ziehen Arktische Wölfe an Stelle der bisherigen Timberwölfe ein. Der Naturerlebnisweg „Im Wald" erhält im unteren Teil Terrarien für heimische Amphibien und Reptilien und einem Kletterplatz für Kinder, und auf dem Areal des Tiergartens werden in Zusammenarbeit mit Birdlife Österreich Muster-Futterstellen als Überwinterungshilfe für heimische Singvögel eingerichtet. Der Tiergarten Schönbrunn wird zum zweiten Mal in Folge von Anthony Sheridan als bester Zoo Europas ausgezeichnet.

2011

Anfang Mai wird im Tirolergarten anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Jahres des Waldes in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten ein neuer „Walderfahrungsweg" eröffnet. Im Sommer weckt ein Aufruf zur freiwilligen Mitarbeit im Tiergarten das Interesse von mehr als 300 Menschen, die an der Informationsveranstaltung teilnehmen. Die Interessenten durchlaufen eine Einführung in Aufgaben, Ziele und betriebliche Organisation des Tiergartens. Bis zum Ende des Jahres haben etwa 70 Teilnehmer diesen Kurs erfolgreich abgeschlossen und unterstützen den Tiergarten nun im „Team Zoo Aktiv". Im November wird das zum Rattenhaus umgebaute ehemalige Mexikohaus in Betrieb genommen. Mit dem Wimmelbuch „Mein Tiergarten Schönbrunn. Ein Zoo für jede Jahreszeit" hat der Tiergarten Schönbrunn nun auch ein spannendes Nachschlagewerk für seine kleinen Besucher. Zu den zahlreichen Jungtieren des Jahres zählen ein Ameisenbär, ein Mandschurenkranich, Vikunjas, Ziesel und Felsenpinguine. Aus mehreren Dutzend vom österreichischen Zoll am Flughafen Wien-Schwechat beschlagnahmten geschmuggelten Papageien-Eiern konnten insgesamt 45 Tiere ausgebrütet und erfolgreich großgezogen werden. Ende des Jahres gelang auch die Welterstnachzucht der aus Borneo stammenden Winkerfrösche, deren Leben und Verhalten seit 2007 im Rahmen von Forschungsprojekten in einem Container oberhalb des Regenwaldhauses untersucht wird.

2012

Zu Jahresbeginn wird das Deckenfresko im Kaiserpavillon restauriert. Mit der „ZOOcard" erhalten Stammgäste ab Februar zahlreiche Vergünstigungen und Ermäßigungen. Am 25. April wird nach einer zweijährigen Revitalisierung und Modernisierung das historische Affenhaus wiedereröffnet. Es beherbergt nun sechs Affenarten sowie in der erstmals für Besucher begehbaren Galerie die kulturgeschichtliche Dauerausstellung „Affen-Zeiten". Im Mai wird die neu gestaltete Bienenanlage ihrer Bestimmung übergeben. Der erste Wiener Zoolauf Ende Juni mit mehr als 1.300 Teilnehmern und die „Lange Sommernacht" am 6. Juli anlässlich des 260-jährigen Bestehens des Tiergarten Schönbrunn mit Artisten, Musik und Lichtspielen werden zu einer besonderen Attraktion. Nach seiner zweimaligen Auszeichnung als bester Zoo Europas wird der Tiergarten Schönbrunn nun auf der Internet-Plattform „TripAdvisor" auch zum beliebtesten Zoo Europas gewählt. Einem großen Familienfest zum 260. Geburtstag Ende Juli folgt im Herbst in Zusammenarbeit mit „Radio Wien" und der „Kronen Zeitung" die Wahl der „Großen Zehn der beliebtesten Tiere" 2012. Im September legt die Tageszeitung „Österreich" ein Sticker-Album auf, das 260 Tierarten aus Schönbrunn mit begleitenden Informationen vorstellt. Am 7. November übersiedelt auch der zweitgeborene Große Panda Fu Hu in seine Heimat China und trifft dort in der Pandazucht- und -forschungsstation Bifengxia, wie zuvor schon sein Bruder Fu Long, auf gleichaltrige Artgenossen. Jungtiere bei den Südamerikanischen Schnappschildkröten bedeuten für den Tiergarten Schönbrunn auch dieses Jahr wieder eine Welterstnachzucht.

2013

Der Tiergarten Schönbrunn wird zum dritten Mal in Folge als bester Zoo Europas ausgezeichnet. In drei Kategorien der internationalen „Giant Panda Zoo Awards" erhält er je einmal Gold, Silber und Bronze und für seine fortgesetzten Bemühungen um den Einsatz erneuerbarer Energien im Herbst den Österreichischen Solarpreis. Im April wird die Universum-Dokumentation „Leben im Zoo" von Lukas Beck gesendet. Sie erzielt mit mehr als 840.000 Sehern die höchste Universum-Einschaltquote seit 2008 und wird Anfang Dezember beim 11. Internationalen Matsalu Nature Film Festival in Estland mit dem Spezialpreis ausgezeichnet. Ende März wird das zusammen mit den Österreichischen Bundesgärten betriebene Wüstenhaus nach einem Umbau wiedereröffnet. Im Juni findet zum zweiten Mal der neuerlich ausgebuchte Wiener Zoo-Lauf statt, und Ende August werden wieder die beliebten Artenschutztage abgehalten. Mehrfach stellt sich in diesem Jahr auch prominenter Nachwuchs ein: im Juni das Giraffen-Männchen Lubango, Mitte August das dritte auf natürlichem Weg gezeugte Panda-Junge in Folge, das Männchen Fu Bao (glücklicher Leopard), und Anfang September das Elefanten-Weibchen Iqhwa. Iqhwa ist die weltweit erste Nachzucht Afrikanischer Elefanten in Menschenobhut durch künstliche Besamung mit dem tiefgefrorenem Spema eines Wildbullen. Neben jungen Königs- und Felsenpinguinen, einem Kugelgürteltier oder einem Zweifingerfaultier gibt es auch Jungtiere bei weniger bekannten, in ihren Lebensräumen aber zumindest ebenso bedrohten Arten wie Fidschi-Leguanen, Krokodiltejus oder Kaiserschnurrbarttamarinen. In das neu gestaltete Amazonas-Tunnelbecken des Aquarienhauses ziehen Ende Dezember zusammen mit Rochen und kleinen Fischarten zwei Arapaimas ein, die zu den größten Süßwasserfischen zählen. Auch der in diesem Jahr ausgelaufene Leihvertrag für die Großen Pandas mit der Volkrepublik China wird um 10 Jahre verlängert.

2014

Im Mai wird die Eisbärenwelt „Franz Josef Land“ eröffnet, eine insgesamt 1.700 m² große neue Anlage mit 450 m² Wasserflächen. Eine Photovoltaikanlage sorgt für größtmögliche Energieeffizienz. Im „Polardom“ ist ein Informationszentrum über die Lebensräume der Arktis und Antarktis und deren aktuelle Bedrohungen eingerichtet. Mit dem Männchen Ranzo aus Finnland und dem Weibchen Lynn aus den Niederlanden bewohnen nun vorerst zwei „Halbwüchsige“ das neue Gehege. Im Juli übersiedeln auch die Nasenbären in ihr neues Quartier zwischen Franz Josef Land und Regenwaldhaus. Erstmals seit 13 Jahren gibt es wieder Nachwuchs bei den Geparden: Im April und im Juli kommen jeweils Drillinge zur Welt, die sofort zu einer großen Attraktion werden. Im Oktober empfängt der Tiergarten Schönbrunn aus dem Zoo Beauval in Frankreich das zweijährige Koala-Männchen Wirri Wirri, nachdem Anfang Juli das Männchen Bilyarra im hohen Alter von 16 Jahren eingeschläfert werden musste, das seit 2002 in Schönbrunn gelebt hat. An neuen Tierarten ziehen Ende August in ihrem Lebensraum in Nordwestafrika bereits ausgestorbene Mhorrgazellen ein, die sich seit 1968 nur mehr in Menschenobhut vermehren konnten, und im September in ihrem Bestand in freier Wildbahn stark gefährdete Dikdiks, eine nur etwa hasengroße afrikanische Zwergantilopenart. Erstmals zu sehen sind auch weniger spektakuläre, aber ebenfalls vom Aussterben bedrohte oder in ihrem ursprünglichen Lebensraum bereits ausgestorbene Tierarten wie der Valencia-Kärpfling, der Lovers Lake Killifisch von den Bermudas oder die südamerikanische Schnappschildkröte. Bei diesen Arten kann der Tiergarten Schönbrunn große Erfolge in der Nachzucht aufweisen. Vier im April geschlüpfte Habichtskäuze werden für ein heimisches Wiederansiedlungsprojekt zur Verfügung gestellt. Anfang Dezember übersiedeln die Giraffen für die Sanierung und Erweiterung ihrer Anlage für etwa zwei Jahre in ein Ausweichquartier auf Schönbrunn Gelände. Die Freianlage befindet sich auf einer Wiese der benachbarten Maria-Theresien-Kaserne.

2015

Der Tiergarten Schönbrunn übernimmt die Zuchtbücher für die Nördlichen und Südlichen Felsenpinguine. Im April erhält die Tierärztliche Ordination einen Computertomographen, der in der angeschlossenen Haustierpraxis Verwendung findet und auch dem Tiergarten zur Verfügung steht. Anfang Mai erfolgt der Spatenstich für die neue Giraffenanlage. Der aus diesem Anlass angestrebte Guinness-Weltrekord von 1.828 Origami-Giraffen, passend zur Ankunft der ersten Giraffe in Schönbrunn im Jahr 1828, ergibt am Ende mit der Unterstützung von zahlreichen Privatpersonen, Vereinen, Schulen und Kindergärten aus dem In- und Ausland die unglaubliche Zahl von 18.490 gefalteten Papier-Giraffen. Auch der vierte Wiener Zoolauf Anfang Juni steht unter dem Motto „Laufen für die Langhälse“. Auf der Internet-Plattform „Tripadvisor“ wird der Tiergarten Schönbrunn zum fünftbeliebtesten Zoo der Welt gewählt und im September wird er zum vierten Mal in Folge als bester Zoo Europas ausgezeichnet. Das dritte Schönbrunner Panda-Junge Fu Bao verlässt wie bereits seine beiden Brüder im Alter von zwei Jahren den Tiergarten und übersiedelt in die Panda-Station Dujiangyan in China. Eine Welterstnachzucht gelingt dem Tiergarten bei der Riesenqualle und weltweit erstmalig in einem Zoo wird die Grüne Baumeidechse gezüchtet. Ende März zieht ein neues Luchspärchen ein und sorgt bereits im Juni für Nachwuchs. Mit dem Tod der Jaguar-Weibchen, die beide ein hohes Alter erreichten, wird die Haltung dieser Tierart aufgegeben. Im Dezember wird der Tiergarten nach den internationalen Normen für Qualitätsmanagement (ISO 9001), Umweltmanagement (ISO 14001) und Arbeitssicherheit (OHSAS 18001) zertifiziert. Diese Bescheinigung bestätigt ihm die Einhaltung höchster Standards in diesen Bereichen, die auch mit der laufenden Arbeit an weiteren Verbesserungen verbunden ist.

2016

Im Frühjahr wird der Tiergarten Schönbrunn für den im Bau befindlichen neuen Giraffenpark mit dem Umweltpreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Im Regenwaldhaus entsteht in Zusammenarbeit mit der Initiative „Frogs & Friends“ ein neuer Erlebnisbereich für Frösche, und der Tiergarten Schönbrunn richtet mit der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie einen jährlich dotierten Fonds für Grundlagenforschung an Amphibien und Reptilien ein. Im Juni ziehen stark gefährdete Amur-Leoparden statt der Jaguare in die Großkatzenanlage ein, und im Juli verstärkt der neue Elefantenbulle Shaka nach der Übersiedlung von Tuluba nach Frankreich die Schönbrunner Elefantengruppe. Die Artenschutztage Anfang September werden bereits von der Geburt von Panda-Zwillingen am 7. August begleitet. Weltweit erstmalig in Menschenobhut werden die beiden Jungtiere von der inzwischen schon erfahrenen Mutter Yang Yang ohne Hilfe aufgezogen. Ende November finden im Beisein von Wirtschaftsminister und Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner und dem Botschafter der Volksrepublik China, Li Xiaosi, die Namensgebungs-Zeremonie sowie ein Panda-Familienfest statt. Getrübt wird die Freude durch den Tod des Panda-Männchens Long Hui. Bei der pathologischen Untersuchung im Beisein einer Delegation aus China wurde ein hochaggressives Gallengangskarzinom festgestellt. Neben zahlreichen Jungtieren, darunter Königs- und Felsenpinguine, Kattas oder Mhorrgazellen, gelingen dem Tiergarten Schönbrunn auch wieder besondere Zuchterfolge wie jene der zu den Rippenquallen zählenden Meerwalnüsse (als zweiter Zoo weltweit) und des Kleinen Antillen-Leguans sowie die Welterstnachzucht der Broadley’s Plattechse.