Forschungsprojekt Anthropomorphismus

Als Anthropomorphismus wird das Phänomen beschrieben, wenn menschliche Charaktereigenschaften oder Absichten für die Beschreibung und Interpretation des Verhaltens nicht-menschlicher Tierarten verwendet werden. Ein klassisches Beispiel dafür: Man interpretiert das „Lachen“ von Orang-Utans als Ausdruck von Freude und nicht als Drohgebärde, die es eigentlich ist.

Anthropomorphismus scheint häufiger aufzutreten, wenn wir uns mit einer Tierart stärker identifizieren, deren Bewegungen für uns menschlich scheinen oder wir sie besonders niedlich finden. Dr. Cliodhna Quigley und Dr. Palmyre Boucherie (Universität Wien) untersuchen dieses Phänomen mit Hilfe unserer Besucher und Zootiere.

Zielsetzung

Die persönlichen Eindrücke der Zoobesucherinnen und -besucher sollen Aufschluss darüber geben, ob wir das Verhalten von Primaten eher „vermenschlichen“, wenn wir näher mit der jeweiligen Tierart verwandt sind.

Relevanz

Die Studie untersucht, wie Menschen (Zoo-)Tiere wahrnehmen. Die Ergebnisse werden zum besseren Verständnis darüber beitragen, wie Menschen unterschiedliche Primatenarten anhand ihrer äußerlichen Merkmale und ihres Verhaltens beschreiben und bewerten.

Methode

Interessierte Besucher wurden bei den Anlagen von sechs Primatenarten (Orang-Utans, Berberaffen, Rote Varis, Totenkopfäffchen, Gibbons und Sakis) gebeten, in einem kurzen Fragebogen anonym anzugeben, welchen Eindruck Zootiere im Hinblick auf Schönheit, Niedlichkeit oder etwa ihrem Gesichtsausdruck auf sie gemacht haben. Als Kontrollgruppe wurden Besucher auch zu den Eigenschaften von Erdmännchen und Präriehunden befragt.