Gute Neuigkeiten zum "Reverse the Red Day"

5. Februar 2026

Wenn unsere Orang-Utans eine Überraschung mit der Zahl „870“ erwartet, steckt dahinter eine erfreuliche Botschaft: Im Gebiet rund um den malaysischen Fluss Kinabatangan auf der Insel Borneo leben aktuell etwa 870 Orang-Utans. Das hat die neueste Bestandserhebung der Organisation „Hutan“ ergeben, die von uns unterstützt wird. „Die Orang-Utan-Population hat sich damit über die letzten 15 Jahre stabilisiert. Nach Jahrzehnten des Rückgangs ist dies ein wichtiger Erfolg für diese von der Ausrottung bedrohte Art“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Solche Erfolge im Artenschutz rückt der „Reverse the Red Day“ am kommenden Samstag in den Fokus. Immer mehr Arten werden laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN in Kategorien mit hohen Gefährdungsgraden eingestuft. Ziel der globalen Initiative „Reverse the Red“ ist es, diesem negativen Trend durch gezielte Maßnahmen entgegen zu wirken und gleichzeitig das Bewusstsein zu stärken, dass jeder Einzelne zum Erhalt der Biodiversität beitragen kann.

Anlässlich des „Reverse the Red Day“ ziehen wir auch Bilanz über weitere erfolgreiche Artenschutzprojekte – darunter das Projekt zum Schutz der Nördlichen Batagur-Flussschildkröte in Bangladesch. Seit Projektbeginn im Jahr 2010 wurden zwei Schutzzentren errichtet, in denen über 850 Jungtiere geschlüpft sind. Ein weiterer Meilenstein: 134 Schildkröten konnten durch ein sogenanntes „Soft Release“ in 16 Teichen des Forest Departments angesiedelt werden. Von dort können sie in das Flusssystem der Sundarbans abwandern. Hering-Hagenbeck: „Bei Projektstart waren weltweit nur noch rund 20 Individuen bekannt. Die Batagur-Flussschildkröte zeigt eindrucksvoll, dass selbst eine fast aussichtslose Situation mit viel Einsatz noch umgekehrt werden kann.“

Auch in Österreich engagieren wir uns erfolgreich für den Artenschutz: Über 40 Habichtskäuze, die im Tiergarten geschlüpft sind, konnten in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Seebarn, einer Außenstelle der Veterinärmedizinischen Universität Wien, ausgewildert werden. Die Tiere wurden im Biosphärenpark Wienerwald sowie im Wildnisgebiet Dürrenstein angesiedelt und leisten damit einen entscheidenden Beitrag, um die Lücke zwischen den Habichtskauzpopulationen in den südlichen und nördlichen Nachbarländern Österreichs zu schließen. Seit 2022 koordinieren wir ein EU LIFE-Projekt zur Wiederansiedelung von Waldrappen. Dabei werden in Zoos geschlüpfte Waldrapp-Küken auf menschliche Zieheltern geprägt und mittels Ultraleichtflugzeugen in ihr Überwinterungsgebiet geführt. So sollen die Waldrappe ihre Zugroute lernen und in Zukunft selbstständig zwischen ihrem Überwinterungsgebiet und ihrem Sommerquartier migrieren. Dank der Bemühungen umfasst die Waldrapp-Population des Projekts bereits über 300 Individuen.