Pandastisch eingelebt: Ein Jahr Große Pandas im Tiergarten Schönbrunn

21. Mai 2026

Mit neugierigem Blick, gutem Bambus-Appetit und viel Gelassenheit haben die beiden Großen Pandas die Herzen der Besucherinnen und Besucher im Sturm erobert: Seit einem Jahr leben die gefährdeten Großen Pandas im Tiergarten Schönbrunn und sind aus dem Zoo-Alltag nicht mehr wegzudenken. „Das Panda-Paar hat sich sehr gut eingelebt. Es freut uns zu sehen, wie gut die beiden Tiere die erweiterte und neugestaltete Anlage angenommen haben und wie groß und anhaltend die Begeisterung unserer Besucherinnen und Besucher ist. Aufgrund ihrer großen Beliebtheit haben diese Tiere eine ganz besondere Bedeutung für den Artenschutz. Im Rahmen der seit über zwei Jahrzehnten bestehenden Forschungskooperation mit der China Wildlife Conservation Association wurden in China diverse Schutzgebiete für diese charismatische Art etabliert und ausgeweitet. Damit wurde nicht nur der natürliche Lebensraum der Großen Pandas geschützt, sondern gleichzeitig auch jener vieler weiterer hoch bedrohter Arten, die denselben Lebensraum teilen, jedoch weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Deshalb werden charismatische Arten wie die Großen Pandas auch als sogenannte Schirmarten bezeichnet“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.

Seit 2003 betreut Tierpflegerin Mag. Renate Haider die Großen Pandas in Schönbrunn. Sich auf ein neues Panda-Paar einzustellen, war auch für die erfahrene Tierpflegerin eine spannende Herausforderung. „Die beiden sind noch jung und sehr verspielt. Es macht große Freude, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Man lernt ihre Eigenheiten jeden Tag besser kennen“, so Haider. Jeder Große Panda habe seinen ganz eigenen Charakter. Während das Männchen als neugieriger „Draufgänger“ ständig alles genau erkunden müsse, sei das Weibchen bei unbekannten Situationen eher vorsichtig, „aber mit ebenso viel Tatendrang“. Das Weibchen klettert besonders gerne und watet an heißen Tagen durchs Wasser – dazu hat es im neu dazu gekommenen Bereich der Außenanlage nun noch mehr Möglichkeiten. „Ihre jugendliche Energie zu beobachten, macht die Arbeit mit den beiden besonders spannend“, erzählt Haider.

Auch beim medizinischen Training wurden bereits große Fortschritte erzielt. Die beiden Pandas haben gelernt, ihre Pfoten für Blutabnahmen auf einen speziellen Griff zu legen oder gezielt bestimmte Positionen für Untersuchungen einzunehmen. Das erleichtert die tiermedizinische Betreuung und stärkt das Vertrauen zwischen Tier und Tierpflegeteam, da Abläufe für die Tiere einschätzbar werden und zusätzliche Leckerbissen erarbeitet werden können. Erfreulich verlief auch die diesjährige Paarungszeit im Frühjahr. Panda-Weibchen sind nur zwei bis drei Tage im Jahr empfängnisbereit. „Die beiden haben die typischen Verhaltensweisen deutlich gezeigt. Sie waren aktiver, kommunizierten vermehrt über Duftmarken, aber auch mittels spezifischer Laute und hatten deutlich mehr Interesse aneinander“, erklärt Kuratorin Dr. Eveline Dungl. Wie beim ersten Panda-Paar in diesem Alter kam es bereits zu ersten Annäherungen und noch sehr verspielten Paarungsversuchen. „Es ist erfreulich, dass die beiden gut harmonieren“, so Dungl.