Schönbrunner Koalas testen Eukalyptus aus der Steiermark

28. August 2026

Im Tiergarten stehen täglich frische Eukalyptusblätter auf dem Speiseplan der beiden Koalas. Um die Versorgung der Tiere künftig regionaler und damit ressourcenschonender zu gestalten, hat die Firma Frutura in Zusammenarbeit mit dem Tiergarten im Frühjahr 2026 einen Testbetrieb mit selbst gezogenen Eukalyptuspflanzen gestartet. In Stainz bei Straden wachsen die Eukalyptuspflanzen in Töpfen in Gewächshäusern, in Bad Blumau werden sie in Folientunneln direkt im Mutterboden kultiviert. Bislang bezieht der Tiergarten einen Teil des Eukalyptus aus Belgien und Großbritannien. Langfristig sollen diese Importe durch regionale Produktion ersetzt und damit die Transportwege deutlich verkürzt werden. „Wir setzen bei all unseren Futtermitteln auf Nachhaltigkeit und Regionalität, vom Fleisch für unsere Raubkatzen über den Bambus für unsere Pandas aus dem Burgenland bis hin zum Eukalyptus für unsere Koalas. Bereits jetzt beziehen wir einen Teil unseres Eukalyptus aus Simmering. Das soll auch weiterhin so bleiben. Mit zusätzlichem steirischen Eukalyptus könnten wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gehen“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.

Aktuell befindet sich die Zusammenarbeit von Frutura und dem Tiergarten noch in der Testphase. Bei den Koalas kam die erste Testlieferung des steirischen Eukalyptus jedenfalls gut an. Jedes der beiden Schönbrunner Tiere frisst täglich etwa 300 bis 500 Gramm Eukalyptus, wobei längst nicht jeder Trieb ihren Geschmack trifft. „Koalas sind richtige Eukalyptus-Kenner. Vor allem junge Triebe werden gefressen, da diese weniger ätherische Öle und giftige Substanzen enthalten. Die Tiere haben auch individuelle Vorlieben. Von den über 600 bekannten Eukalyptusarten nehmen sie bei Weitem nicht alle an. In Australien finden Koalas in ihren Territorien in der Regel nur vier bis fünf fressbare Arten. Wir bieten ihnen im Tiergarten bewusst mehr als 30 Arten an, damit die Tiere selber auswählen können, was sie fressen“, so Dr. Eveline Dungl, zoologische Kuratorin im Tiergarten. Auch beim Anbau in der Steiermark setzt Frutura auf Vielfalt. Geschäftsführer Manfred Hohensinner: „An unseren beiden Standorten ziehen wir derzeit mehr als 1.200 Pflanzen aus 25 verschiedenen Eukalyptusarten auf. So wie es unser Anspruch ist, die geschmackvollsten Tomaten Österreichs zu produzieren, wollen wir auch den geschmackvollsten Eukalyptus kultivieren."