Forschungsprojekt Keramik im Wasser

Im Rahmen dieses vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten ESPRIT-Projekts untersucht ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Michaela Schauer, wie unterschiedliche Wasserumgebungen die chemische Zusammensetzung von archäologischer Keramik beeinflussen.

Kurze Beschreibung

Die portable Röntgenfluoreszenzanalyse (p-RFA) wird bereits seit mehreren Jahrzehnten in der archäologischen Forschung eingesetzt – ihr Zusammenspiel mit archäologischer Keramik ist jedoch noch wenig untersucht. Diese Ausgangssituation war der Auslöser für dieses Projekt: Eine genaue Untersuchung der Geräte und ihrer Anwendung auf silikatisches Material (v.a. Keramik) ist lange überfällig. Dazu gehören sowohl verschiedene Gerätestudien, z.B. Experimente zur Untersuchung des Einflusses von Umgebungsbedingungen wie Luftdruck, Luftfeuchtigkeit usw. auf die Messungen selbst, als auch Untersuchungen am zu analysierenden Material. So wird getestet, wie sich Probenfeuchtigkeit, Korngröße usw. auf die Messungen auswirken.

Aus archäologischer Sicht steht dahinter die Frage, ob es möglich ist bei Keramik die z.B. aus Pfahlbausiedlungen am Mondsee stammt noch möglich ist herauszufinden aus welchem Rohmaterial sie hergestellt wurde. Anders ausgedrückt: Hat die Jahrtausende lange Lagerung in Wasser die Chemie der Keramik zu stark verändert, als dass man noch sagen könnte, welche Tone für ihre Herstellung verwendet wurden?

Methode

Um den Einfluss von verschiedenen Wassermilieus auf die Chemie von Keramik zu ermitteln, wurden insgesamt 32 Stück in acht verschiedene Wasserbecken (Robben, Eisbär, Altarm, Flussbecken, Alpensee, Tunnel, Kleeblatt, T03) gehängt. Diese werden alle zwei Monate im Labor dokumentiert, getrocknet und gemessen. Um einen Langzeiteffekt der Veränderung der Chemie zu ermitteln, sollen die Proben mindestens ein Jahr im Wasser bleiben.

Zur Untersuchung der Keramikchemie wird das portable Röntgenfluoreszenzgerät des Vienna Institut for Archaeological Science (VIAS) der Universität Wien eingesetzt, die Messungen werden am VIAS und dem Naturhistorischen Museum Wien durchgeführt und die Mineralogie der Keramik und die Eigenschaften vom Wasser werden durch das Geologische Labor der Ludwig-Maximilians-Universität München unter Leitung von Dr. Donjá Aßbichler dokumentiert.

Zielsetzung

Ziel ist es, verlässliche Standards für die Anwendung der p-RFA in der archäometrischen Keramikforschung zu entwickeln, damit Ergebnisse künftig aussagekräftiger und vergleichbar sind.