Wilde Amphibien und Reptilien im Tiergarten

Große Gefahren für Frösche und Co. Amphibien - also Frösche, Kröten, Molche, Salamander und Blindwühlen - gehören zu den am meisten gefährdeten Tiergruppen. In Österreich gibt es aktuell 20 Arten, die alle auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten stehen. Der Verlust ihres Lebensraumes spielt dabei eine große Rolle, genauso wie der Klimawandel, Pestizide oder Pilzinfektionen. Es wird auch vermutet, dass Düngemittel teilweise Schuld sind an den immer häufiger auftretenden Missbildungen bei Fröschen. Außerdem stellt das Überqueren von Straßen in der Paarungs- und Laichzeit ein großes Risiko für die Tiere dar und führt zu vielen Todesfällen.

Heimische Amphibien im Tiergarten

  1. Grasfrosch
  2. Wechselkröte
  3. Erdkröte (Laichnachweis)
  4. Springfrosch (Laichnachweis)
  5. Grünfrosch (Laichnachweis)
  6. Teichmolch (Laichnachweis)
  7. Kammmolch

Reptilien verlieren Lebensraum. Die Tiergruppe Reptilien umfasst in Mitteleuropa Schildkröten, Schlangen, Eidechsen und Schleichen. In Österreich gibt es 14 Arten, neun davon in Wien. Auch hier stehen alle auf der Roten Liste und sind geschützt. Die Wiesenotter gilt sogar als ausgestorben. Die größte Gefahr für Reptilien ist der Verlust von Lebensraum. Durch Straßen- und Wasserbau, aber auch durch intensive landwirtschaftliche Nutzung gehen Eiablageplätze verloren. In Siedlungsnähe stellen neben dem Autoverkehr auch freilaufende Hauskatzen eine Gefahr dar.

Heimische Reptilien im Tiergarten

  1. Zauneidechse
  2. Ringelnatter
  3. Äskulapnatter

Gib Acht, ein Molch. Bei der Gehege-Gestaltung wird im Tiergarten auf die Bedürfnisse dieser Arten geachtet. Immer wieder entdeckt man Tümpel und seichte Ufer in und zwischen den Gehegen. Diese werden von vielen Fröschen, Kröten und Molchen zum Ablegen ihrer Eier verwendet. Ein- und Ausstiegshilfen erleichtern den Tieren den Zugang zu den Gewässern. Auf den Einsatz von Pestiziden wird im Tiergarten gänzlich verzichtet. Im Frühling wird bei feuchtem Wetter außerdem keine Kehrmaschine eingesetzt, um die Wanderung der Tiere zu geeigneten Laichplätzen nicht zu stören. Wärmeliebende Reptilien finden Unterschlupf in Gabionen, im Steingarten bei der Flusspferdanlage oder im Weingarten hinter dem Regenwaldhaus.

Thomas Wampula, Abteilung Technik und Projektentwicklung
„Sie sehen eine Smaragdeidechse vor der Einsichtscheibe zum Flusspferdteich zwischen den Steinen davonhuschen? Oder eine, die sich auf den Bruchsteinen im Weingarten hinter dem Regenwaldhaus sonnt? Keine Sorge, die sind aus keinem Terrarium entflohen. Wir haben den Versuch gewagt, Habitate für Smaragdeidechsen zu schaffen, die in ihrer Struktur so geeignet sind für diese Reptilien, dass sie ohne Gehege-Begrenzung bleiben. Mit Erfolg – wir verzeichnen bereits die ersten Nachzuchten!“

Tipps zum Schutz von Amphibien und Reptilien

  • Richten Sie Plätze zum Sonnenbaden für die wechselwarmen Tiere ein!
    Die Körpertemperatur von Amphibien und Reptilien ist von der Umgebungstemperatur abhängig. Um aktiv zu werden, müssen sich die Tiere erst „aufheizen“. So schätzen vor allem Eidechsen und Nattern Ziegelsteine, Trockenmauern oder lose Steinhaufen, die sich durch die Sonne leicht erhitzen.
  • Vermindern Sie Gefahren!
    Kellerschächte, Stiegenabgänge oder Pools stellen für Reptilien und Amphibien meist unausweichliche Fallen dar. Die Tiere schaffen es ohne Hilfe meist nicht hinaus und verenden darin. Abdeckungen auf Schächten, Ziegelsteine als Verringerung der Stufenhöhe sowie Ausstiegshilfen aus Schwimmbecken in Form von Lochblechen oder rauen Brettern können das Leben der Tiere retten.
  • Gestalten Sie Ihren Garten natürlich und bieten Sie Unterschlupfmöglichkeiten!
    Reptilien und Amphibien ziehen sich gerne in lose Steinhaufen und alte Trockenmauern - idealerweise an sonnigen Plätzen - zurück. Dornige Büsche wie Brombeere, Hecken sowie Laub- und Asthaufen bieten ihnen Schutz vor Feinden wie Katzen. Komposthaufen dienen als Futter und Eiablageplatz für Blindschleichen und Ringelnattern.
  • Bauen Sie Gewässer in Ihren Garten ein!
    Besonders Amphibien verbringen den Großteil ihres Lebens im Wasser. Ein Gartenteich an einer sonnigen bis halbschattigen Stelle, umgeben von heimischen Wasserpflanzen schafft ideale Bedingungen. Die Tiere halten sich gerne in Flachwasserzonen am Rand auf. Tiefere Bereiche in der Mitte des Teiches stellen dann optimale Rückzugsmöglichkeiten für den Winter dar. Da Fische sich von Amphibien und Kaulquappen ernähren, sollten sie nicht ins Gewässer miteingesetzt werden.
  • Verzichten Sie auf Pflanzenschutzmittel!
    Reptilien und Amphibien reagieren sehr empfindlich auf diese Gifte und erleiden nach deren Einsatz oft einen qualvollen Tod. Außerdem wird damit die Nahrungsgrundlage der Kriechtiere vernichtet. Ohne Gifte sorgen Reptilien und Amphibien für einen ausgeglichen und gesunden Anteil an Würmern, Schnecken, Insekten und Spinnen im Ökosystem Garten.