Tierischer Trubel bei den Nasenbären

18. Juni 2026

In der tierischen Wohngemeinschaft der Nasenbären und der Brillenbären ist derzeit besonders viel los: Vier junge Weißrüssel-Nasenbären unternehmen ihre ersten Ausflüge in die naturnahe Außenanlage. „Ende März hat unser jüngeres Weibchen Jungtiere zur Welt gebracht. Nasenbären sind Nesthocker. Sie kommen blind zur Welt und verbringen ihre ersten sechs bis sieben Lebenswochen gut versteckt in Baumnestern. Deshalb waren sie für unsere Besucherinnen und Besucher bisher kaum zu sehen“, erklärt Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Inzwischen werden die beiden Weibchen und die beiden Männchen immer neugieriger, erkunden ihre Umgebung und haben auch den Rest des Nasenbären-Clans kennengelernt.

Weißrüssel-Nasenbären sind in Mexiko, Zentralamerika sowie im nordwestlichen Südamerika beheimatet und leben in unterschiedlichsten Lebensräumen – vom Regenwald bis zur offenen Landschaft. Die Allesfresser ernähren sich vor allem von Insekten, Spinnen und Würmern, aber auch von Früchten, Pflanzenknollen und gelegentlich von kleinen Wirbeltieren. Damit sie auch im Tiergarten ihr natürliches Verhalten ausleben können, ist die Anlage besonders naturnah gestaltet. „Wir lassen bewusst Totholz liegen und schneiden die Vegetation nur so weit zurück, wie es notwendig ist. So finden zahlreiche Insekten einen Lebensraum und unsere Nasenbären können tagsüber nach Krabbelgetier suchen“, sagt Rupert Kainradl, MSc, zoologischer Kurator im Tiergarten. Mit etwas Glück können Besucherinnen und Besucher die Jungtiere bereits bei ihren ersten Kletterversuchen beobachten.