Artenschutzprojekt Waldrapp

Im Einsatz für den Waldrapp

Unterstützung seit:2002
Bedrohungsstatus auf der Roten Liste:stark gefährdet
Ort des Schutzprojektes:Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz

Der Waldrapp benötigt unsere Hilfe!
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Der Waldrapp zählt zu den am stärksten bedrohten Vogelarten der Welt. Im 17. Jahrhundert wurde er in Europa ausgerottet. Seit 2002 unterstützt der Tiergarten Schönbrunn die Erforschung und Wiederansiedlung dieses faszinierenden Vogels.

Der Waldrapp ist ein Zugvogel. Er muss seine Flugroute in das Überwinterungsgebiet innerhalb seines ersten Lebensjahres von seinen Eltern erlernen. Mit dem letzten in der Wildbahn lebenden Waldrapp in Europa ging diese Flugtradition aber verloren. Im Rahmen eines neuen LIFE20 Projekts werden zu den drei bereits etablierten Kolonien in Österreich und Deutschland drei neue Brutkolonien in Goldau (Schweiz), Bussolengo (Italien) und Rosegg (Österreich) für die Wiederansiedlung des Waldrapps gegründet.

Maßnahmen

Küken, die in Zoos geschlüpft sind, werden mit der Hand aufgezogen und so auf menschliche Zieheltern geprägt. Danach zeigen die Zieheltern, die als Co-Pilotinnen in Ultraleichtflugzeugen vorausfliegen (menschen-geführte Migration), den Vögeln die Flugroute in ein Überwinterungsgebiet rund um das Schutzgebiet WWF Oasi Laguna di Orbetello in der Toskana. Im Alter von zwei bis drei Jahren ziehen die Waldrappe selbstständig in die Brutgebiete und brüten dort, um später ihre eigenen Jungen in den Süden zu führen und eine Zugtradition zu etablieren.

Im Jahr 2021 konnten so insgesamt 56 Jungvögel ausgewildert werden. Die wildlebende Waldrapp-Population zählt nun 199 Tiere - laut Berechnungen kann die Population ab 357 Vögeln selbstständig überleben. Die harte Arbeit aller Partner im neuen EU-finanzierten LIFE-Projekt unter der Leitung des Tiergarten Schönbrunn ist also nach wie vor die einzige Chance um den skurrilen Vogel auch für kommende Generationen in der Wildbahn zu bewahren. Das Motto des Projekts „Reason for Hope“ (Grund zur Hoffnung) kommt nicht von ungefähr: 2021 sind bereits 36 Küken in der Wildbahn geschlüpft – der Nachwuchs von in den Jahren zuvor wiederangesiedelten Waldrappen.

Einer der Hauptgründe für Verluste in der freifliegenden Population ist in Italien die Wilderei und in Österreich der Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsleitungen. Um auch die bereits wild geborenen Vögel langfristig schützen und erforschen zu können, werden viele mit kleinen Sendern ausgestattet. Dank der GPS-Signale der besenderten Vögel können ihre Flugrouten jederzeit verfolgt werden.

So unterstützt der Tiergarten Schönbrunn das Projekt:

  • Koordination des Projekts „LIFE Northern Bald Ibis“ (LIFE20 NAT/AT/000049 – LIFE NBI) mit 9 Projektpartnern
  • Infrastruktur für Futtervorbereitung, Handaufzucht und begleitende Öffentlichkeitsarbeit
  • Präsentation des Projekts bei Führungen und Veranstaltungen
  • Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck und Artenschutzkuratorin Regina Kramer im Vorstand des Förderverein Waldrappteam
  • Erhaltungszucht
  • Finanzielle Unterstützung

Das sagen unsere Partner:

Johannes Fritz, Leiter des Waldrappteam Conservation & Research:
„Ohne die internationale, stabile Zoopopulation wäre unsere Arbeit nicht denkbar und das Überleben des Waldrapps kaum zu gewährleisten. Der  Tiergarten Schönbrunn ist deshalb als Ressource für Jungvögel und als finanzieller Förderer grundlegend am Erfolg unseres Artenschutzprojekts beteiligt. Durch unser gemeinsames Bemühen soll der Waldrapp wieder in Teile seines historischen Verbreitungsgebietes zurückkehren."

Peter Rapp, Waldrapp-Ehrenpate:
Auch Moderator Peter Rapp liegen seine bedrohten Namensvetter am Herzen. Er ist Ehrenpate der Schönbrunner Waldrappe und will gemeinsam mit dem Zoo Aufmerksamkeit auf das Wiederansiedlungsprojekt lenken. „Mit ihrem krummen Schnabel, dem kahlen Kopf und dem schwarzen Federschopf sehen die Waldrappe richtig skurril aus und ich habe ein Herz für schräge Vögel“, sagt Peter Rapp.

Projektpartner:Förderverein Waldrappteam, Tierpark Goldau, Tierpark Rosegg, Parco Natura Viva, Fondazione A.R.C.A., WWF Deutschland, Land Salzburg, Netz OÖ GmbH, Kärnten Netz GmbH
Sponsoren:Europäische Union (LIFE-Programm), Deutsche Wildtier Stiftung, Edith-Haberland-Wagner Stiftung, AJS Förderstiftung, HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung GmbH, zooschweiz, Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe, Stadt Burghausen, Münchner Tierpark Hellabrunn AG, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Engergie, Mobilität, Innovation und Technologie, Bund Naturschutz in Bayern e.V. - Kreisgruppe Altötting