Viele bedrohte Tierarten, die im Tiergarten leben, sind Teil eines internationalen Erhaltungszuchtprogramms. Bei Tieren, die in solche Programme eingegliedert sind, verzichtet der Besitzer auf sein Eigentumsrecht. Ein ehrenamtlicher Zuchtbuchkoordinator gibt Empfehlungen über Pärchen- oder Gruppenzusammenstellungen ab, um die erfasste Population in Menschenobhut genetisch so gesund zu erhalten, dass Tiere, wenn erforderlich, Wiederansiedlungsprojekten zur Verfügung gestellt werden können.
Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEPs) werden von der EAZA (Europäische Aquarien- und Zoogemeinschaft) koordiniert. Als Vorstufe von EEPs werden auch ESBs (= European Studbook, Europäische Zuchtbücher) geführt. Diese beobachten den Bestand von Tierarten, die global (noch) nicht so gefährdet sind.
Globale Zuchtbücher laufen nach dem gleichen Prinzip, erfassen aber die weltweite Population einer Tierart in Menschenobhut. Zuchtbücher gibt es übrigens auch für bedrohte Haustierrassen. Diese werden von der Arche Austria koordiniert (www.arche-austria.at).
Das Erhaltungszuchtprogramm der Afrikanischen Elefanten wird von Dr. Harald Schwammer koordiniert, das der Fidji-Leguane von Anton Weissenbacher und Mag. Herwig Pucher führt das ESB der Japanischen Seraus.
Mag. Herwig Pucher Zoologischer Kurator, ESB-Koordinator für den Japanischen Serau Tiergarten Schönbrunn:
„Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich an insgesamt 62 Erhaltungszuchtprogrammen. Ein Zuchtbuch gut zu führen ist eine sehr aufwändige, aber auch lohnende Aufgabe. Tiergärten sind die einzigen Institutionen, die in der Lage sind so viele bedrohte Tierarten und -rassen zu erhalten. Und das Wissen und die Erfahrung aus dieser Tierhaltung wiederum sind oft wichtig für Freilandprojekte."
